Handbuch des Trauerns
Zita Langenstein kennen Ladies Drive-Insider als „Zita the Butler“. Ihre bekannteste Klientin war Queen Elizabeth II., wobei Zita Langenstein ihre Dienste auch Menschen angedeihen lässt, von denen sie – so diskret, wie sie ist – öffentlich nicht einmal einen Hauch von Andeutung macht.


Einen Trauerknigge zu schreiben, liegt nahe: Kaum jemand weiss, was man im richtigen Moment sagen oder tun soll, wenn ein geliebter Mensch gestorben ist. Und weshalb in solchen Situationen nicht hilfreiche Hinweise von jemandem annehmen, der sich mit Haltung, Etikette und Contenance so gut auskennt wie ein Butler oder eine Butlerin.
Der Tod der Queen war nicht der Anlass für Zita Langenstein, dieses Buch zu schreiben, dennoch ist ihr ein Kapitel darin gewidmet.
Zita verlor 2021 ihren Mann und liess sich in dieser schweren Zeit von Anja Niederhauser begleiten, die in Zürich trauerinstitut.ch führt. Aus dieser persönlichen Erfahrung heraus fanden sich beide Frauen in der Idee, dieses Buch gemeinsam zu verfassen. Ein Geschenk an sich selbst – und an andere. Denn man wird es (leider) immer wieder brauchen können.

Der Trauer-Knigge
Zita Langenstein und Anja Niederhauser
Weber Verlag, 2023
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Wie Gefühle entstehen
EINE NEUE SICHT AUF UNSERE EMOTIONEN

Ein Wälzer, den ich für mich entdeckt habe. Die Psychologin und Neurowissenschaftlerin möchte uns mit diesem Buch wachrütteln – und ruft uns zu, dass unser Blick auf die Emotionen, die wir empfinden, veraltet und potenziell gefährlich ist. Heute wissen wir, dass Emotionen uns nicht einfach „passieren“, sondern dass wir sie aktiv verlernen und andere neu erlernen können.
Wir erschaffen die Welt, in der wir fühlen – und zwar deutlich aktiver, als wir gemeinhin annehmen. Ein augenöffnendes Werk, das uns bewusst macht, wie sehr wir unser emotionales Erleben selbst prägen können.
Wie Gefühle entstehen
Lisa Feldman Barrett
Rowohlt Polaris, 2023
Direkt bestellen bei Orell Füssli
Die unwahrscheinliche Süsse der Erdbeeren
Ein Buch, in das man sich verlieren kann – in dem man lernen und staunen darf. Über Dinge, die wir auf unseren Tellern wiederfinden, und über Geschichten, die uns wohl kaum jemand zuvor so wundervoll erzählt hat wie Bill François. Er hatte mich bereits mit „Die Eloquenz der Sardine“ in seinen Bann gezogen.

Beide Bücher sind für mich unbedingte Must-reads.
Weil sie uns wieder mit allem verbinden, was uns umgibt: mit unserem Essen, mit der Natur und mit allem und allen, die darin leben – uns eingeschlossen.
Die unwahrscheinliche Süsse der Erdbeeren
Bill François
C. H. Beck, 2025
Direkt bestellen bei Orell Füssli
„Für alle FeministInnen, jede einzelne und jeden einzelnen von ihnen“
Das ist die Widmung, die Anna Ardin selbst in ihr Buch geschrieben hat. Es ist schwere, mühsame Kost, was man hier tagebuchartig über einen Zeitraum von gut neun Jahren liest.

nna Ardin ist eine von zwei Frauen, die den WikiLeaks-Gründer Julian Assange 2010 wegen sexuellen Missbrauchs anzeigen. Sie berichtet detailliert und sehr nüchtern über die Vorfälle. Was das Buch jedoch besonders lesenswert macht, ist die Beschreibung der Hetzjagd, die auf die beiden Frauen – und vor allem auf Anna Ardin – losgetreten wird, sowohl in den sozialen Medien als auch in den Printmedien.
Erschütternd ist, wie viele Vorverurteilungen vorgenommen werden, und erstaunlich, wie sie immer wieder ihre Resilienz findet. Anna Ardin mahnt dabei auch, nicht in jedem Fall reflexartig die Täter an den Pranger zu stellen. Ihre Aufzeichnungen reichen bis in die Zeit, als der Epstein-Skandal Fahrt aufnimmt, und so beschäftigt sie sich auch mit dem grundsätzlichen Problem des Machtmissbrauchs durch berühmte und einflussreiche Personen.
Es ist ein Lehrstück darüber, wie man auf gar keinen Fall als Aussenstehende Opfer wie auch Täter vorverurteilen darf, ohne die genaue Faktenlage zu kennen.
Im Schatten von Assange
Anna Ardin
Salis Verlag, 2024
Gewaltfreie Kommunikation
EINE SPRACHE DES LEBENS
Aus aktuellem Anlass habe ich wieder einmal das Grundlagenwerk von Marshall B. Rosenberg gelesen – und war verblüfft, wie gleichzeitig einfach und schwierig es ist, so zu kommunizieren, dass eine friedliche und für alle Seiten zufriedenstellende Lösung entsteht.
Das Prinzip ist klar: Ich beobachte meine Gefühle, bringe meine Bedürfnisse zum Ausdruck und artikuliere eine Bitte in Form einer einfachen und realistischen Handlung. So weit, so gut. Doch beim Lesen wurde mir auch bewusst, wie sehr mir oft die Worte fehlen, um meine Gefühle überhaupt benennen zu können – und wie wenig ich meine eigenen Bedürfnisse kenne.

Wie soll daraus bitte schön ein „Call to Action“ entstehen? Streit, Konflikt und Dauerschmollen sind da bereits vorprogrammiert. Die gute Nachricht: Gefühle sind universell, ebenso Bedürfnisse. Beide werden im Buch auf nicht einmal je zwei Seiten übersichtlich aufgeführt. Sie zu benennen und in klarer, positiver und konkreter Handlungssprache zu formulieren, bringt zutage, was wir wirklich wollen – und hilft, den Frieden aufrechtzuerhalten. Wenn das keine guten Gründe sind, diesen Bestseller noch einmal zur Hand zu nehmen?
Gewaltfreie Kommunikation
Marshall B. Rosenberg
Junfermann, 2016
Direkt bestellen bei Orell Füssli



















