Hoher Besuch beim Prix Suisse 2025 in Bern: Nach Bill Clinton und Yuval Harari erwies in diesem Jahr Amal Clooney den 400 geladenen Gästen des Prix Suisse die Ehre. Aufgewachsen im Libanon und in UK, wusste Amal schon als Teenager, dass sie Rechtsanwältin werden wollte. Nach einer steilen Karriere in grossen Anwaltskanzleien entschied sie sich, als Menschenrechtsanwältin für mehr Gerechtigkeit auf der Welt zu sorgen. Dass sie am Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag nur zehn Prozent ihrer Corporate-Anwaltsgage erhielt, konnte sie nicht abschrecken. „Rassismus, Kriegsverbrechen, Gewalt gegen Frauen sowie Journalistinnen und Journalisten müssen bestraft werden“, so die Menschenrechtsanwältin, die es als ihre Verpflichtung sieht, zu handeln. „Wir müssen den Kreislauf der Gewalt durchbrechen.“
Ihre Motivation? „Meine Kinder. Eines Tages werden sie mich und meinen Mann fragen: Was habt ihr gegen Diskriminierung, Gewalt, sexuellen Missbrauch und Krieg getan? Ich will ihnen und auch mir selbst Antworten geben können.“

WELCHE WELT WOLLEN WIR HINTERLASSEN?
Und sie geht mit bestem Beispiel voran: Amal Clooney setzt sich in komplexen und hochpolitischen Fällen für Opfer von Kriegsverbrechen, Völkermord und Machtmissbrauch ein. Sie vertritt Persönlichkeiten wie Julian Assange, Maria Ressa und Nadia Murad und arbeitet eng mit den Vereinten Nationen sowie dem Internationalen Strafgerichtshof in Den Haag zusammen. Als UN-Sonderberaterin für Gerechtigkeit und Rechenschaftspflicht kämpft sie weltweit für die Verfolgung von Kriegsverbrechen, die Stärkung des internationalen Rechts und der Pressefreiheit.
OHNE MEDIENFREIHEIT KEIN FRIEDEN
Die Beschneidung der Medienfreiheit in weiten Teilen der Welt bereitet Amal Clooney besondere Sorgen. Dass die Lage in den meisten Ländern als problematisch bis sehr ernst eingestuft wird (Quelle: Freedom of the Press Status (OWID / Freedom House, 2026) und Pressevertreterinnen und -vertreter vielerorts verfolgt, ermordet oder mundtot gemacht werden, beunruhigt Amal Clooney. Denn sie ist überzeugt: „Ohne Medienfreiheit kein Frieden“.
RECHTSBEISTAND DEMOKRATISIEREN
Um juristische Unterstützung auch jenen zukommen zu lassen, die keinen Zugang zu Anwältinnen und Anwälten haben, entwickelt die Clooney Foundation for Justice (CFJ) gemeinsam mit der Universität Oxford und Microsoft „AI For Good“, mit Fokus auf KI-gestützte Tools für mehr Gerechtigkeit für alle. Damit will Amal Clooney insbesondere Frauen und Mädchen sowie Menschen, die aufgrund ihrer Überzeugung oder Herkunft entrechtet werden, Zugang zu Rechtsinformationen ermöglichen, aber auch Medienschaffenden und Opfern von Gewaltverbrechen Rechtsbeistand leisten.
Obwohl sie nonstop mit der dunklen Seite der Menschheit konfrontiert ist, hat die charismatische Menschenrechtsanwältin ihren Humor nicht verloren. Auf die Frage, wie sie sich von all den schrecklichen Bildern erhole, antwortete sie: „Mein Mann hat eine Tequila-Fabrik.“ Gemeinsames Lachen, ihre Kinder, ein friedliches Zuhause, Freunde und tragfähige Beziehungen – so fasst Amal Clooney ihr Resilienz-Programm zusammen.

Nach dem Fireside Chat mit Sandra Studer nahm die nahbare Amal Clooney wieder mitten unter den Gästen am Tisch des Prix-Suisse-Preisträgers Willy Michel Platz. Der Vorzeigeunternehmer wurde für seine herausragenden Leistungen als Entrepreneur, Visionär und Mäzen ausgezeichnet. Bundesrat Albert Rösti überreichte den Preis im festlichen Rahmen. Als weiteres Highlight gewährte Robotik-Experte Prof. Dr. Roland Siegwart von der ETH Zürich spannende Einblicke in die Zukunft humanoider Roboter und deren Einfluss auf unseren Alltag.
INITIATIVE SCHWEIZ
Im Rahmen des Galaabends wurden vier Projekte vorgestellt, welche die Innovationskraft der Schweiz repräsentieren und von der Initiative Schweiz unterstützt werden. Mit dem True Story Award und dem begleitenden True Story Festival wurde Bern 2025 erneut zum internationalen Treffpunkt des Qualitätsjournalismus. Die internationale Plattform One Young World Switzerland vernetzt junge Führungspersönlichkeiten aus allen Regionen und Branchen und fördert den Dialog über verantwortungsvolle Führung in einer globalisierten Welt. Das Swiss Gender Medicine Symposium sowie die interdisziplinäre Meisterschaft EntrepreneurSkills zählen ebenfalls zum Stolz des Prix-Suisse-Gastgebers und Initiative-Schweiz-Gründers Stefan Linder.

















