Wohntraum Ausgeträumt? Was Sie Über den Schweizer Immobilienmarkt Wissen Sollten

Eine Kolumne des Netzwerks Smart Ladies Investment Club 
Fotos: Seline Fankhauser

Ladies Drive Bargespräche – Vol.80

LD – Mag

Wohneigentum ist nach wie vor der Traum vieler. Die Preisentwicklung von Immobilien in der Schweiz in den letzten Jahren führte jedoch dazu, dass die eigenen vier Wände für viele unerschwinglich geworden sind. Diese Entwicklung beobachtet auch die Nationalbank mit Sorge. Gezielte Massnahmen sollen die Risiken dämpfen. Was sind die Konsequenzen? Wir diskutieren mit Cynthia Bertschinger, Teamleiterin beim Hypothekarspezialisten MyMoneyPark.

Frau Bertschinger, Sie begleiten Kundinnen und Kunden bei der Finanzierung von Wohneigentum. Wie beurteilen Sie den Immobilienmarkt ganz generell?
Cynthia Bertschinger: „Ganz generell“ ist vielfach schon die falsche Frage. Der Immobilienmarkt und insbesondere die Entwicklung einzelner Regionen sind sehr heterogen. Fakt ist: Wir hatten teils enorme Preissteigerungen in sogenannten Hotspots wie der Zürichsee Region, Genf oder in gewissen Tourismusgebieten. Wir beurteilen daher die Situation individuell für den Kunden und das objekt. Vielfach sind Lage und objektqualität viel entscheidender für eine nachhaltige Betrachtung als die generelle Preisentwicklung in der Region. Die Zutaten für eine Immobilienblase sind gemixt. Tiefe Zinsen und eine starke Nachfrage treiben die Preise weiter in die Höhe.

Wie gehen die Banken mit diesen latenten Risiken um?
Die Qualität des objektes und die Bonität des Schuldners sind für eine positive Beurteilung entscheidend. Zudem müssen die Kreditnehmer seit 1.7.2012 mindestens zehn Prozent des Belehnungswertes der Liegenschaft aus Eigenmitteln beibringen, die nicht aus Verpfändung oder Vorbezug von Guthaben der zweiten Säule stammen. Auch die Amortisationsgrundsätze wurden verschärft. Die Banken werden im Weiteren angehalten, künftig das Aktivgeschäft mit mehr Eigenkapital zu unterlegen. Die Konsequenz ist, dass die Banken restriktiver bei der Kreditvergabe werden und die Kredite sich verteuern. Für den Kunden kann das sehr mühsame Folgen haben.

Wie meinen Sie das?
Jede Bank verfolgt eine eigene Kreditstrategie. Entsprechend differenziert präsentiert sich der Appetit auf Hypotheken, was sich in unterschiedlichen Preisen, Amortisationszahlungen oder auch beim geforderten Eigenmitteleinsatz auswirkt. Die Unterschiede zwischen den offerten sind daher teils enorm.

Wie geht der potenzielle hauskäufer mit dieser neuen Situation um?
Ein Vergleich drängt sich gerade unter Berücksichtigung dieser Rahmenbedingungen auf. Will man eine aussagekräftige Entscheidungsgrundlage, muss man nicht selten fünf bis sechs Institute anfragen. Nach Vorliegen der offerten fängt aber die Arbeit erst richtig an. Die Produktausgestaltung und die Gebühren können sehr unterschiedlich und intransparent sein. Deshalb ist es wichtig, nicht nur den reinen Zinssatz zu vergleichen, sondern die gesamte Lösung. Wer sich diese Mühe sparen will, soll sich an einen unabhängigen Hypothekarspezialisten wenden.

Wagen Sie eine Prognose für den Immobilienmarkt und die zinsentwicklung?
Die Zeichen für eine weiterhin positive Entwicklung stehen gut. Die Zinsen sind und bleiben wohl noch eine gewisse Weile tief. Die Attraktivität der Schweiz ist unbestritten und entsprechend gross ist der Bevölkerungszustrom. Die erwähnten Massnahmen werden die Nachfrage nur sanft dämpfen. Findet man das passende objekt und hat eine solide finanzielle Basis, dann sollte man sich den Traum erfüllen. «

 

Weiterführende Informationen: MyMoneyPark AG ist ein auf die Beratung und den Vergleich von Hypotheken spezialisiertes Beratungsunternehmen mit dem grössten Anbieternetzwerk der Schweiz. Filialen in Zürich und Basel. www.mymoneypark.ch

 

Veröffentlicht online am 24 Juli, 2013

Weitere Artikel in der Kategorie Business

Warum wir den Sinn heute im Netz suchen

Warum wir den Sinn heute im Netz suchen

Wer heute nach Sinn sucht, geht nicht unbedingt in eine Kirche. Er öffnet eine App.
Ladies Drive No. 74 Editorial: Der Weg des Narren

Ladies Drive No. 74 Editorial: Der Weg des Narren

Auf Sinnsuche im digitalen Raum
Female Founders News #34 – May 2026

Female Founders News #34 – May 2026

May brought large capital flows for Switzerland's female-led companies, headlined by a nine-figure financing in Basel and an even larger nine-figure exit out of Zurich. The month was capped by a dense awards season, with many female entrepreneurs taking the stage.
Inneren Konflikten eine Sprache geben: Eigene Grenzen versus Pflichtgefühl

Inneren Konflikten eine Sprache geben: Eigene Grenzen versus Pflichtgefühl

Viele Frauen sind davon betroffen, wenn sichtbar wird, dass die eigenen Eltern älter werden und sich die Frage stellt: «Bin ich jetzt Mitverantwortliche?»
Night Bloom: Wie eine neue Weinkategorie das Sommer-Klischee sprengt

Night Bloom: Wie eine neue Weinkategorie das Sommer-Klischee sprengt

Night Bloom zeigt, wie Rosé sich neu positioniert: weg vom klassischen Sommerwein, hin zu einem Getränk für den Abend und das Nachtleben.
Verletzt ist, wer den medialen Fingerzeig halbiert

Verletzt ist, wer den medialen Fingerzeig halbiert

Sie ist verletzlich, das haben wir schon lange gespürt, sie ist verletzlich. Mehr denn je.
Female Founders News #33 – April 2026

Female Founders News #33 – April 2026

April was a month of step-changes for Swiss female-founded companies, with large funding rounds and recognition stretching well beyond Switzerland.
Frauen in den Medien: THE DEVIL WEARS PRADA 2

Frauen in den Medien: THE DEVIL WEARS PRADA 2

20 Jahre nach dem Blockbuster THE DEVIL WEARS PRADA läuft jetzt das Sequel in den Kinos an. Die – freudigen – Erwartungen waren hoch.
Weichheit als deine grösste Stärke?

Weichheit als deine grösste Stärke?

So wird sie zu einer neuen Qualität von Kraft
Rado: 40 Jahre Expertise in Keramikuhren

Rado: 40 Jahre Expertise in Keramikuhren

Partytime für eine Uhrenmarke, die sich den Beinamen Master of Materials redlich verdient hat.
Verletzlichkeit zeigen ist nichts für Weicheier!

Verletzlichkeit zeigen ist nichts für Weicheier!

Seit Brené Brown ihr Buch „The Power of Vulnerability“ geschrieben hat, ist Verletzlichkeit zu zeigen eine gute Sache. Wirklich? Was heisst das eigentlich? Und warum soll das Vorteile bringen?
Verletzlichkeit klug einsetzen

Verletzlichkeit klug einsetzen

Verletzlichkeit gilt oft als Schwäche – besonders in Führungsrollen. Doch was wäre, wenn genau sie eine der wirkungsvollsten Führungsqualitäten wäre?
Ausgewählte Artikel aus der aktuellen Ausgabe des Ladies Drive Magazins werden in Kürze veröffentlicht.

Schau dir alle anderen Artikel aus der Kategorie Business an

Was erfolgreiche Frauen wirklich bewegt

Stories, Erfahrungen und Impulse, ungeschönt erzählt und echt.
Hol Dir das Abo (20.-/Jahr, 4 Ausgaben).

Ladies Drive No. 74. Sommer 2026. Auf Sinnsuche im digitalen Raum

Folgt uns in den sozialen Medien, um in Kontakt zu bleiben und erfährt mehr über unsere Business Sisterhood!

#BusinessSisterhood     #ladiesdrive

Möchtet Ihr mehr News über die Sisterhood & alle Events?

Werde Kindness Economist und Teil unserer Business Sisterhood!

  • •⁠ ⁠⁠Zugang zu exklusiven Angeboten und Verlosungen, die ausschliesslich für die Newsletter-Community gelten.
  • •⁠ ⁠⁠Erfahre als Erste von unseren Events und profitiere von Spezialkonditionen.
  • •⁠ ⁠⁠Lerne wie wir gemeinsam die Welt bewegen und verändern können.

Jetzt den Ladies Drive-Newsletter abonnieren.

Sie haben den Ladies Drive Newsletter erfolgreich abonniert!

Pin It on Pinterest

Share This