Frauen in den Medien: THE DEVIL WEARS PRADA 2

LadiesDrive.World. Frauen in den Medien: THE DEVIL WEARS PRADA 2

Text: Dörte Welti
Fotos: ZVG

LadiesDrive.World. Frauen in den Medien: THE DEVIL WEARS PRADA 2
LD – Mag

Ladies Drive No 75
Herbst 2026
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20 Jahre nach dem Blockbuster THE DEVIL WEARS PRADA läuft jetzt das Sequel in den Kinos an. Die – freudigen – Erwartungen waren hoch.

Wie oft ich den ersten Film gesehen habe, kann ich nicht sagen. Oft auf jeden Fall, zuletzt dieses Jahr im Februar, er lief an meinem Geburtstag im westpac open air Kino in Sydney. Obwohl ich den Film beinahe lippensynchron mitsprechen kann, hat mich jede Szene aufs Neue amüsiert. Die vier Hauptdarsteller Meryl Streep, Emily Blunt, Anne Hathaway und Stanley Tucci tragen durch die gesamte Filmlänge, die Dialoge sind köstlich, die Story – eine Story – schlüssig.

Quiet Luxury im Film

Das Quartett trägt auch in der Sequel. 20 Jahre sind vergangen, im Film und im realen Leben, man sieht es den Figuren zum Glück an, dass sie älter geworden sind. Jetzt könnte man sich hinstellen und Film 1 mit Film 2 vergleichen. Das wäre das naheliegendste. Wenn man die Mode nimmt, so etwas wie ein roter Faden in beiden Filmen, hat No.1 mehr zu bieten gehabt. Sehr feinfühlig haben die Designeroutfits die Stimmung und das Nervenkostüm der Protagonisten widergespiegelt, das Styling war spannend, wild, lud ein zum Nachmachen. In No.2 sieht man zwar auch einige sehr schöne Roben und Outfits, aber es wirkt so, als habe man die endlos lange Liste der Designer abarbeiten müssen, die unbedingt dabei sein wollten. Inklusive einer Minisprechrolle für Donatella Versace, die sie nicht gerade vorteilhaft aussehen lässt. Nigel aka Stanley Tucci bemerkt im Film, «quiet luxury» sei jetzt angesagt. Schön, aber eben genau das: quiet und nur mässig geeignet, um es in einem Film zu transportieren. Richtige Signature Outfits, die man ohne das Logo erkennen konnte, waren wenige dabei, wie das grandiose rote Abendkleid, das Miranda Priestly alias Meryl Streep auf dem Filmplakat trägt (Massarbeit, Fashionistas sagen, es ist von Balenciaga, offizielle bestätigt ist das nicht) oder Jean-Paul Gaultier und Dior für Emily alias Emily Blunt. 

Das Problem des Printsterbens

Der Plot ist ein ziemliches Chaos. Man hat versucht, die rasanten Veränderungen, die die Digitalisierung der Medien mit sich bringt, auf das Schicksal der «Runway», dem Magazin, für das Miranda lebt, zuzuschneiden. Entstanden ist ein wirres Durcheinander von Verkäufen an Superreiche (das Magazin, das Verlagshaus oder beides) und stakkatoartigen Sequenzen, in denen Andy, die erst ihren Job bei einem anderen Magazin wegen der Umstrukturierung bei ihrem Arbeitgeber verliert und dann wieder bei «Runway» landet, wo praktisch der ganze erste Film gespielt hat, sinnhafte Blogs (die kaum gelesen werden) schreibt und im Handumdrehen aus einem Skandal, der beinahe Miranda, die einen neuen Lebensphasenbegleiter hat (Sir Kenneth Branagh!), ihren Job gekostet hätte, doch noch eine ehrenvolle Story macht .... Sie merken, es ist irre schwer zu fassen. Anstatt eine stringente und spannende Geschichte zu erzählen, wie ein Magazin wie «Runway» sich in der digitalen Welt als Must-have etablieren müsste und trotzdem digital optimal aufgestellt sein kann – ein Traum übrigens, den jedes Printmagazin träumt, relevant bleiben zu können ist das Stichwort, wie cool, wenn der Film darauf hätte eine Antwort geben können – werden wertvolle Drehminuten mit Nebensätzen verschwendet, Dialoge und Aktionen, die in No. 2 erklären, warum jetzt ist, was ist, indem sie aus No. 1 erzählen. Klingt schräg? Sie werden es erleben.

Kopfkino einschalten

Bleibt eine Frage: Haben die mehr Spass, die nur No. 2 kennenlernen? Vermutlich. Die können bei den Reminiszenzen an No. 1 «Aha» murmeln und sind nicht abgelenkt, können sich unvoreingenommen über die (nicht mehr ganz so) bissigen Aussprüche von Miranda freuen und rätseln, was wohl zwischen den glorreichen Vier vor 20 Jahren vorgefallen sein mag. Das Kopfkino kann angehen, man kann sich seinen Teil denken und mit den Protagonisten sympathisieren. Das Downgrading, das die Figuren allesamt in No. 2 durchleben, ist realistisch, dem zuzuschauen jedoch als Kollege/Kollegin eine Qual. Alle die, die den ersten Film kennen und lieben, werden leider nicht vollständig auf ihre Kosten kommen. Spoiler: Lady Gaga hat einen grandiosen Auftritt!

Nur im Kino, seit 1. Mai

Trailer Deutsch
Trailer English
Regie: David Frankel
Drehbuch: Aline Brosh McKenna
Kostümdesign: Molly Rogers


Creator
Dörte Welti
Journalistin

Veröffentlicht online am 6 Mai, 2026

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