Weiterbildung mit Return on Investment

Text: Sandra-Stella Triebl
Fotos: Ladies Drive

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LD73 – Mag

WIE DER ROCHESTER-BERN EXECUTIVE MBA DIE KARRIERE FÖRDERN KANN

In Zeiten steten Wandels brauchen Managerinnen und Manager einen integrierten Denkansatz, der ihnen dabei hilft, bereichsübergreifende Geschäftsentscheide in all ihren Facetten zu verstehen und zu beeinflussen. So wirbt das Rochester-Bern- Executive-MBA-Programm, welches die Simon School der University of Rochester (NY, USA) in Kooperation mit der Universität Bern anbietet. Den Nutzen eines internationalen Masters of Business Administration (MBA) stellt keiner in Frage – trotzdem muss eine Weiterbildung dieser Grössenordnung gut überlegt sein.

Petra Nix ist Expertin für strategieorientierte Unternehmens- und Finanzkommunikation. Ihr vertrauen grosse internationale börsenkotierte Unternehmen ebenso wie mittelständisch geprägte Familienunternehmen. Mit einem zweistufigen Management-Buyout hat sie sich in die Selbstständigkeit gewagt und das nach ihr benannte Unternehmen vor zwei Jahren umfirmiert. Zuvor hat sie verschiedene Stationen in Führungspositionen von Industrie- und Finanzdienstleistungsunternehmen durchlaufen, die sich sehen lassen können: Vorstand der Kirchhoff Consult AG, Leiterin Investor Relations bei Wella AG und VIAG (heute: E.On AG), Julius Bär, Vontobel, LGT. Petra Nix hat eine beachtliche Karriere gemacht – aber: Sie hat auch einiges dafür getan. Zum Beispiel einen MBA. 1995/1996 absolvierte sie als eine der ersten das Rochester-Bern- Executive-MBA-Programm. Ich treffe mich mit ihr und Dr. Petra Joerg, Managing Director von Rochester-Bern, zum Stelldichein.

 

Ladies Drive: Frau Joerg, gemäss Statistik des Programms liegt der Frauenanteil pro Klasse zwischen einer bis acht Teilnehmerinnen, dies bei Klassengrössen von durchschnittlich 37 Teilnehmenden. Wie hat sich der Frauenanteil seit dem Beginn 1995 verändert?
Petra Joerg: Der Frauenanteil ist nach wie vor tief. Dies mag verschiedene Gründe haben. Zum einen spielt sicher die Stärke unseres Programms im Bereich Finance eine Rolle, was einige Frauen vermutlich abschreckt. Dann aber auch die Frage: Möchte ich CHF 90’000.00 in meine Karriere investieren? Und ein weiterer Punkt ist die oftmals fehlende Unterstützung des Arbeitgebers.

Bietet Ihr interessierten MBA-Studentinnen denn gerade in diesem Punkt Support?
Petra Joerg: Ja, wir coachen sie, begleiten sie auf diesem Weg. Wir kümmern uns bei Bedarf auch um die Kinderbetreuung für die Wochenenden, an denen in Thun unterrichtet wird – wir tun also fast alles für unsere Studentinnen! Zudem gibt es auch ein Scholarship, welches wir dank der Mitgliedschaft der University of Rochester in der FORTE-Foundation anbieten können. In der Regel sind es CHF 10’000.00, die man sich hier erhoffen darf. Dieser Betrag ist über alles gesehen nur ein kleiner Zustupf – aber dennoch wichtig. Derzeit laufen wieder die Anmeldungen für den Vorkurs im Herbst – wir starten mit der Ausbildung jeweils im Januar – und ich muss sagen, diesmal ist der Frauenanteil sehr erfreulich.

Petra Nix: So ein Studium braucht Mut und Selbstvertrauen in sich selber. Der Preis für einen MBA ist hoch – zeitlich sowie finanziell. Doch rückblickend betrachtet muss ich sagen, ein solches Investieren in die eigene Karriere hat einen guten Return on Investment. Auch wenn mich die Entscheidung dafür ein paar schlaflose Nächte gekostet hat, weil ich nicht genau wusste, wie ich es finanzieren kann. Ein Viertel der Kosten trug mein damaliger Arbeitgeber, für ein weiteres Viertel hab ich einen Kredit von ihm erhalten – den Rest trug ich selbst. Entsprechend hat diese Ausbildung ein hohes Commitment und eine Portion Mut von mir verlangt. Ein Nichtbestehen oder Aussteigen kam für mich deshalb nie in Frage! So habe ich ganz klare Prioritäten gesetzt: Einen super Job machen, der unter dem MBA nicht leidet. Und die freie Zeit wird in den MBA investiert. Letzteres entsprach etwa einem wöchentlichen Zusatzpensum von ca. 15–20 Stunden pro Woche. Das verlangt Disziplin, Durchhaltewillen und eine Portion Ehrgeiz.

Wenn man nun so viel Zeit – und Geld – investiert, ist man natürlich auch geneigt zu fragen: Was bringt es denn …
Petra Nix: Ja, das haben mich auch viele gefragt. Ich finde grundsätzlich, dass das eigene Fortkommen, die Ausbildung für einen selbst das beste Investment überhaupt ist. Egal, was passiert: Eine gute Ausbildung kann einem niemand mehr nehmen. Hinzu kommt: Ich weiss nicht, ob ich ohne MBA wirklich die nächste Stufe auf der Karriereleiter genommen hätte. Der MBA war sicherlich ein wesentlicher Faktor, sich von Mitbewerbern zu differenzieren, quasi ein Added Value. Der nächste Karriereschritt war verbunden mit einem deutlich besseren Gehalt, mehr Verantwortung und einem anspruchsvolleren Aufgabengebiet. Um diese Aufgaben gut zu erfüllen, hat die internationale Ausbildung des MBAs ein solides Fundament gelegt und öffnet mir auch heute noch interessante Türen. Ich erinnere mich, dass ich am Freitag die Abschlussfeier in Thun hatte – und am Montag darauf hab ich bereits eine neue Stelle angetreten. Insofern hat sich das Studium für mich auf jeden Fall ausbezahlt. Aber auch die persönliche Entwicklung, die man während der Ausbildung macht, ist enorm. Ich möchte das nicht missen. Man lernt, Dinge aus mehreren Perspektiven zu beurteilen, und das ganzheitliche Denken wird gefördert.

Was war fachlich gesehen das Highlight während der Ausbildung?
Petra Nix: Die Kurse in Corporate Finance, Capital Markets und Strategie waren sicherlich die spannendsten. Wir haben unter anderem gelernt, Unternehmen zu bewerten, die Theorien der Kapitalmärkte zu verstehen und Erfolgsstrategien zu entwickeln. Mit der Ausrichtung, die Rochester eben hat mit den Schwerpunkten Corporate Finance, Managerial Economics und Strategy waren das die Themen, die mich auch beruflich interessiert und weitergebracht haben. Aber auch Themengebiete wie Marketing, das Beurteilen eines Business Case, die Entwicklung von praktischen Managementlösungen, mit denen man tagtäglich in Führungspositionen konfrontiert ist, das Aufbauen eines Businessplans – all das hat mich interessiert. Das Programm hat definitiv geholfen, komplexe Sachverhalte schnell zu verstehen, einzuordnen und notwendige Lösungen zu entwickeln.

Petra Joerg: Die Gesamtkomposition, das Gesamtbild, alles, was dir in der Geschäftswelt begegnet, wird dir bei Rochester-Bern vermittelt. Du verstehst nach dem Studium besser als zuvor, wie ein Unternehmen funktioniert und wie du das Geschehen beeinflussen kannst.

Für wen ist der Rochester-Bern EMBA denn besonders geeignet?
Petra Joerg: Für jene, die selbstbewusst und selbstverantwortlich leben wollen. Die eine Führungsposition in einem Unternehmen oder den Gang in die Selbstständigkeit im Hinterkopf haben. Aber es gibt die unterschiedlichsten Werdegänge: Wir hatten mal eine Psychologin im Programm, die nach dem MBA bei uns ihren Job im Headhunting geschmissen und ein Hotel in Marokko gekauft hat. Eine andere Absolventin, eine Pharmazeutin, hat im Programm ihre Liebe zum Marketing entdeckt und danach ihre eigene Beratungsfirma gegründet. Der MBA öffnet neue Türen …

Petra Nix: Im Programm trifft man auf hochmotivierte, praxiserfahrene und bereits gut ausgebildete Leute. Man profitiert von den Erfahrungen der Teamkollegen, evaluiert verschiedenste Optionen, um schliesslich eine konsensfähige Lösung zu entwickeln.

Was ist denn die Grundvoraussetzung, um den Rochester-Bern Executive MBA in Angriff zu nehmen?
Petra Joerg: Wir empfehlen gut zehn Jahre Berufserfahrung nach dem Studium und einige Jahre Führungserfahrung, wobei dies beispielsweise bei Medizinern schwieriger vorauszusetzen ist als bei Berufsleuten anderer Branchen. Die Teilnehmenden sind im Schnitt 37 Jahre alt – Frauen meist etwas jünger.

Bei solch einem MBA trifft man ganz offensichtlich Menschen aus verschiedensten Branchen – das ist ja eigentlich auch ganz gut fürs Networking …
Petra Nix: Absolut! Alumni-Netzwerke sind wichtig. Wir hatten auch nach dem MBA immer wieder Kontakt – teils beruflich, teils auch privat. Es gibt ja mittlerweile auch ein Frauennetzwerk. Mit jedem/r neuen Absolventen/in wächst das Netzwerk.

Petra Joerg: Als amerikanische Universität hat Rochester eine langjährige Tradition in Alumni-Netzwerken. Unsere Absolventen werden Mitglied sowohl in der amerikanischen als auch in der Schweizer Alumni Association. Der Zusammenhalt unserer Studierenden ist sehr stark, insbesondere wegen des ausgedehnten Aufenthaltes an der University of Rochester in den USA. Das schweisst zusammen. Es gibt auch Rochester-Pärchen und Babies (lacht). In einer unserer Klassen haben sich zu guter Letzt drei Pärchen gefunden … und die sind alle immer noch verheiratet! Dies zeigt: Bei uns ist es generell etwas familiärer als bei anderen Universitäten. «

 

www.executive-mba.ch
www.fortefoundation.org

Der Rochester-Bern Executive MBA dauert berufsbegleitend 18 Monate, davon verbringt man 6 Wochen in den USA an der University of Rochester. Basierend auf nahezu 30 Jahren Erfahrung in den USA wurde der Rochester-Bern Executive MBA 1995 erstmals in der Schweiz durchgeführt. Die Simon School gehört zu den 50 besten Business Schools weltweit – im Bereich Finance auf Platz 3 (Hitliste Financial Times 2012).

 

Veröffentlicht online am 5 Aug., 2012

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