Our Space

Text: Dörte Welti
Fotos: We Space Press

Our Space

Text: Dörte Welti
Fotos: We Space Press

An der Zürcher Bahnhofstrasse hat mit WeSpace ein neuer Co-Working Space von Frauen für Frauen aufgemacht. Braucht es einen solchen Platz?

Die Initiantinnen Estefania Tapias, Absolventin der ETH Zürich und Honoree der Forbes Bestenliste «30 unter 30», und Laura Seifert, Absolventin der Uni St. Gallen hatten schon in der Planungsphase von Wespace so viele Interessierte und positive Rückmeldungen, dass sie das mit relativ hohen Investitionen verbundene Geschäftsmodell auf den Weg bringen konnten. Wieso braucht es einen Ort, wo Frauen unter sich sind, networken, konzentriert arbeiten und Start ups gründen können? Ganz sicher nicht, weil es gegen die Männer geht. Sondern weil gerade im competitiven Bereich die Atmosphäre immer noch nicht stimmt. Erkenntnis aus zahlreichen auch an dieser Stelle geführten Interviews mit hochrangigen Wissenschaftlerinnen, weiblichen CEOs und erfolgreichen Managerinnen. Irgendwann im Karriereverlauf wurde es kritisch. Und zwar dann, wenn das jeweilige Umfeld – Forschungsgruppe, Führungsriege, Gremium, Verwaltungsrat etc. – mehrheitlich oder ausschliesslich bis auf die Befragte aus Männern bestand. Einhellige Meinung: Das Klima ist kämpferisch, es geht meist darum, wer der Bessere ist und nicht, wer die bessere Idee hat oder um sachliche Werte. Gewinnen tut dann der, der die bessere Seilschaft hat, die seine Idee unterstützt. Was nicht immer unbedingt die bessere Lösung für alle oder alles ist. Natürlich kommen Männer so auch auf Ergebnisse, sonst wäre die Wirtschaft längst zusammen gebrochen. Aber sie «reiten Attacken», «they kill the beast», sie «schlagen» ihre Kontrahenten, sie «schiessen Gegenargumente ab», sie führen im Grunde genommen Kriege im Sitzungszimmer oder im Labor. Für Frauen bedeutet das, sich immer erst eine Verteidigungsstrategie aufbauen zu müssen, bevor es daran geht, Aufgaben zu lösen. Den meisten Frauen ist das ehrlich gesagt zu doof. Sie arbeiten dann lieber alleine. Weil sich ein massiv überproportionierter Männeranteil auf die Arbeitsatmosphäre auswirkt, auf das sich Wohlfühlen in einem Raum, wo mehrere an verschiedenen Ideen fieberhaft und intensiv schaffen, genau darum gibt es jetzt WeSpace, inspiriert übrigens auch von bereits erfolgreich laufenden Co-working Spaces für Frauen in den USA wie «The Wing» in New York. Männer werden in Zürich nicht per se ausgeschlossen, es können aber nur Frauen Mitglieder werden. Es geht nicht um die Genderfrage oder um Frauenquote oder um Gleichberechtigung. Es geht darum, diese Fragen überhaupt nicht diskutieren zu müssen. Ein Co-Workspace nur für Frauen ist da sicher nicht die einzige Lösung, aber eine clevere.

www.wespace.ch


 

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