Was hat Skicross mit Mental Health zu tun?

Text & Fotos: Moira Egger

2025 Skicross Weltcup.
League of Leading Ladies Conference 2026

LD73 – Mag

Skicross ist Nervenkrieg pur. Wie gehen Profis mit dem enormen Druck um? Ein Gespräch über mentale Stärke, Teamgeist und echte Überwindung.

Opel hat uns an den Skicross-Weltcup eingeladen, der diesen Winter in Arosa stattfand.

Dank Opel hatten wir auch die Möglichkeit, vor dem Rennen mit zwei Skicross-Athleten darüber zu sprechen, wie sie mit dem psychischen Druck in ihrer Skidisziplin umgehen. Isabelle Zippert gilt als vielversprechende Nachwuchsathletin und Romain Détraz ist schon länger als Skicross-Profi bekannt. Wir sprachen darüber, wie mentale Stärke unter Hochdruck entsteht und warum sie im Skicross eine Schlüsselrolle spielt.

2025 Skicross Weltcup. Isabelle Zippert
Isabelle Zippert
2025 Skicross Weltcup. Romain Détraz
Romain Détraz

Mentale Stärke unter Hochdruck

Innerhalb der Ski-Disziplinen gilt Skicross als eine der verletzungsintensivsten. Vier Athleten starten gleichzeitig, Körperkontakt ist Teil des Rennens. Ellbogen, enge Linienwahl und taktische Entscheidungen gehören ebenso dazu wie Sprünge, Wellen und steile Kurven. Gefahren wird im K.-o.-System: Nur die zwei Schnellsten kommen weiter. Diese Dynamik verlangt vom Start bis zur Ziellinie höchste Präsenz. Um diesen Belastungen standzuhalten, brauchen Athletinnen und Athleten gezielte mentale Strategien.

Zum ersten Mal habe ich eine Skicross-Piste live gesehen. Kurz vor dem Rennen durften wir einen Blick auf das Starthaus werfen. Schaut man von dort oben auf den Kurs, fällt es schwer zu glauben, dass sich Menschen da tatsächlich hinabstürzen. Die Strecke beginnt mit furchteinflössenden Wellen, gegen die selbst danebenstehende Personen winzig wirken. Diese Nähe zur Rennstrecke hat meinen Respekt vor den Profis nochmals deutlich vergrössert und ich habe hautnah begriffen, warum Skicross zu den verletzungsreichsten Disziplinen gehört.

Fokus finden im Chaos

„Meine Mama war entsetzt, als ich sagte, dass ich zum Skicross wechseln möchte“, erzählt Isabelle lachend.

Die Karriere von Isabelle begann im alpinen Skirennsport, 2020 wechselte sie zum Skicross. Bereits 2023 gab sie in Veysonnaz ihr Weltcup-Debüt und sammelte erste Punkte auf höchstem Niveau.

Um vor dem Start einen kühlen Kopf zu bewahren, setzt sie auf feste Rituale. Vor dem Rennen im Skiraum hört sie laute Rap-Musik über Kopfhörer. Direkt vor dem Start klopft sie sich rhythmisch auf das Brustbein – ein mentaler Trick, bekannt als sogenannte «Tarzan-Technik». Die rhythmische Bewegung aktiviert den Körper, reduziert Stress und schärft die Aufmerksamkeit.

Ein weiteres zentrales Element ihres mentalen Trainings ist die Visualisierung. Dabei stellt sie sich die Strecke mit allen Sinnen vor: Kurven, Sprünge, den Druck auf der Kante, den Fahrtwind, die Geräusche. Das Gehirn „fährt“ den Lauf bereits vor dem Start – eine Technik, die Sicherheit und Kontrolle geben soll.

Teamgeist als mentaler Schutzfaktor

Auch Romain betont die Bedeutung des Mentalen und insbesondere des Teams. Seit über 15 Jahren ist er im Skicross aktiv.

„Skicross ist zwar ein Einzelsport, aber wir arbeiten immer im Team. Das hebt unsere Stimmung und Motivation enorm“, sagt er. Über den Sommer hinweg trainieren die Athletinnen und Athleten gemeinsam, tauschen sich aus und profitieren voneinander. Dieser Teamgeist wirkt als mentaler Schutzfaktor. „Wenn jeder nur für sich arbeitet, entwickeln wir uns nicht so stark, wie wenn wir offen miteinander arbeiten.“

Tabus brechen, mentale Stärke leben

Auf die Frage, wann ihre mentale Saisonvorbereitung beginne, erklärt Isabelle: Über den Sommer beschränke sie sich auf Visualisierung. Das Eins-zu-eins-Coaching starte im Herbst, sobald sie merke, dass ein gewisses „Kribbeln“ aufkomme. In diesen Sitzungen reflektiert sie Ängste und mentale Blockaden und erarbeitet Strategien, um damit umzugehen.

„Ich kenne keinen Athleten im Spitzensport, der kein mentales Training macht“, sagt Romain abschliessend. Die Stigmatisierung psychischer Belastungen habe abgenommen – auch im Spitzensport. Dass dennoch weiterhin Handlungsbedarf besteht, zeigt ein aktueller SRF-Bericht über den ehemaligen FCZ- und Bundesligaspieler Cédric Brunner. Offen spricht er über Versagensängste, Zweifel und Überforderung, die seine Karriere begleitet haben.

Hoher Leistungsdruck, reale Risiken

Studien der Eidgenössischen Hochschule für Sport Magglingen zeigen, dass viele Athletinnen und Athleten in der Schweiz unter psychischen Belastungen und Schlafproblemen leiden. Der Leistungssport bringt spezifische Risikofaktoren mit sich: Verletzungen, Karriereübergänge, Selektions- und Erwartungsdruck, mediale Präsenz oder emotionale Tiefpunkte nach Wettkämpfen. Diese Faktoren erhöhen das Risiko psychischer Erkrankungen deutlich.

Besonders hoch ist die Belastung in Sportarten mit Gewichtsdruck, ästhetischer Bewertung oder extremem Leistungsstress – etwa im Turnen, Eiskunstlauf oder Ballett. Doch auch der Wettbewerbsmodus selbst spielt eine zentrale Rolle. Ein prägnantes Beispiel dafür ist der Skisport, insbesondere Skicross.

Mentale Stärke ist kein Zusatz – sie ist Voraussetzung

Der Skicross zeigt exemplarisch, wie eng mentale Stärke, Leistung und Gesundheit im Spitzensport miteinander verknüpft sind. Mentales Training ist längst kein Zeichen von Schwäche mehr, sondern Ausdruck von Professionalität. Athletinnen und Athleten wie Isabelle und Romain machen deutlich: Wer im Hochdruckumfeld bestehen will, muss lernen, den eigenen Kopf genauso zu trainieren wie den Körper. Offenheit, Teamgeist und gezielte mentale Strategien sind dabei entscheidende Erfolgsfaktoren – auf der Piste wie darüber hinaus.

Engagement für den Schweizer Sport

Dass wir diesen tiefen Einblick in die Welt des Skicross gewinnen konnten, verdanken wir Opel. Als offizieller Partner von Swiss-Ski in den Bereichen Freestyle und Nordisch unterstützt die Marke nicht nur die Profis und deren Betreuerstab mit einer elektrifizierten Fahrzeugflotte, sondern engagiert sich als Namensgeber der Opel Freeski Tour und der Opel Snowboard Tour auch gezielt für den Schweizer Breitensport. Diese Partnerschaften leisten einen wesentlichen Beitrag dazu, den Trainings- und Wettkampfalltag der Athletinnen und Athleten effizienter und nachhaltiger zu gestalten.

Der Opel Grandland 4×4 

Unsere Reise über die 360 Kurven nach Arosa bewältigten wir im Opel Grandland 4×4. Besonders auf den winterlichen Alpenstrassen erwies sich der Allradantrieb als entscheidender Sicherheitsfaktor, der auch bei wechselnden Witterungsverhältnissen für ein stabiles Fahrverhalten sorgte.

Hier findet ihr noch die wichtigsten Informationen zum Opel Grandland 4×4:

Preis: ab CHF 36‘770 (Hybrid), ab CHF 42‘390 (Electric), ab CHF 47‘490 (Electric AWD)

Reichweite: bis zu 694 km (Grandland Electric Long Range, WLTP)

Leistung: bis zu 239 kW / 325 PS (Grandland Electric AWD)

Mehr Informationen dazu gibt es hier: https://www.opel.ch/de/


Creator
Moira Egger
Journalistische Praktikantin

Veröffentlicht online am 27 Jan., 2026

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