Mazda6e: Elektrisch auf Japanisch

Text: Dörte Welti
Fotos: CuervaWindpark, David L F Smith, Dörte Welti, Presse

LadiesDrive.World. Mazda6e: Elektrisch auf Japanisch
LD73 – Mag

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Im Herbst letzten Jahres präsentierte Mazda mit dem Mazda6e ihre Lösung für eine elektrifizierte Limousine. Wir waren dabei und durften den Neuling ausgiebig erfahren.

Es ist nicht der erste Mazda mit einem Elektromotor; der Mazda MX-30 EV erwies sich aber nicht als so erfolgreich wie erhofft, auch nicht mit einem Wankelmotor als Range Extender. Der Mazda6e soll es richten und Mazda endlich auf die Wunschlisten der Käuferinnen und Käufer neuer Elektroautos setzen. Das wird nicht einfach. Das Auto sieht schön aus, das können sie in Japan. Die Macher in Japan lassen sich nach eigenen Angaben nicht von technischen Errungenschaften stressen und wollen keine #metoo-Produkte herstellen. Bei ihren Konstruktionen lassen sie sich vom Menschen leiten, Autofahren soll Spass machen, leicht sein, unkompliziert. Etwas, wofür minutiös am Handling, an Haptik, Geräuschen und Gerüchen für das Auto getüftelt wird.

Handwerkskunst

Seit 2010 fährt Mazda die Kodo-Devise, was so viel «Soul in Motion» heisst. Die Seele der Bewegung soll sich in der Linienführung des Autos und im Interieur widerspiegeln. Das ist eine feine Einstellung. Und wenn man der Präsentation zum Mazda6e Glauben schenken darf, wird nach wie vor sehr viel Handarbeit in der Produktion angewendet, Takumi nennt sich das, Hommage an die Handwerkskunst. Der Mazda6e wirkt elegant und reduziert im Innenraum, die Verarbeitung tatsächlich hochwertig, zumindest ist das bei den Testwagen so, die in Granada für die Testfahrten bereitgestellt wurden.

Eine gewaltige Kulisse, die alte Stadt, das gehobene schöne Hotel Alhambra Palace, die Weite der Sierra Nevada. Beste Bühne für die Intention, dass neben der Kodo-Philosophie auch «Jin Bai Ittai» in die Testerin einfahren soll, das heisst übersetzt so viel wie «Spass am Fahren», Fahrer und Auto sollen eine Einheit bilden. Und das tut es tatsächlich. Man sitzt fantastisch in dem Auto, alles ist übersichtlich angeordnet, ein grosszügiges 14,6 Zoll-Display – ich habe bei den tabletförmigen hochkant angeordneten immer den Reflex, sie abnehmen zu wollen – lässt intuitive Benutzung zu. 

Japanische Designphilosophie

So ein Auto ist an sich nicht neu, es gibt viele gut gemachte Elektroautos auf dem Markt. Sie alle fahren von A nach B, mal kürzer, mal weiter in der Endurance, aber das tut irgendwie nichts zur Sache, Benziner muss man ja auch tanken und die Ladeinfrastruktur ist gerade hierzulande inzwischen sehr gut. Klar, das mit dem Aufladen zu Hause ist ein Thema, aber es hatte auch niemand eine persönliche Zapfsäule in der Tiefgarage. Der Mazda fährt sich leicht, er wiegt knapp unter 2 Tonnen, man geniesst den unaufgeregten Innenraum, den die Japaner nach dem Ma-Konzept designen (Schönheit des leeren Raums). Viel Platz hat die Limousine auch, Mitfahrer auf den hinteren Sitzen können sich entspannt ausbreiten. Das Panorama-Sonnendach ist auffallend, es gehört tatsächlich zur Standardausrüstung. Und übrigens wurde der Mazda6e dieses Jahr als einer der drei Finalisten für den World Car Design of the Year Award 2026 nominiert, ob er gewonnen hat, weiss man am 1. April 2026.

Dauerthema Nachhaltigkeit

Bei der schier unüberschaubaren Menge an Autos, die derzeit auf den Markt kommen, hat es ein Brand, der einfach nur schön und gut sein will, schwer. Mazda muss darauf bauen, dass die Kundinnen und Kunden der Marke vertrauen. Dazu müsste man aber noch mehr wissen über das japanische Haus, das immer noch eine unabhängige Marke ist. Es existiert lediglich eine strategische Zusammenarbeit mit Toyota, die 5 Prozent an der Marke halten. Mazda ist dran, E- und Bio-Fuels zu entwickeln und arbeitet an einem Hydrogen-Projekt, weil sie an den Elektroantrieb alleine nicht zu glauben scheinen. Und sie bieten verschiedene Antriebslösungen für verschiedene Märkte an, um für jeweils den lokalen Kundenkreis und die lokalen Gegebenheiten das Optimum zu haben. Um ihre Anstrengungen in Sachen Nachhaltigkeit zu unterstreichen, ist auf der Teststrecke ein Stopp beim Cuerva Windpark eingeplant, wo ein Experte die Experimente erklärt, die hier stattfinden und verrät, dass Spanien Europas führende Nation in sogenannten grünen Projekten sei. Wir können das nicht nachprüfen, aber die Anzahl von 1345 Windparks mit insgesamt um die 22 000 Turbinen ist schon eindrücklich.

Sinn fürs Feine

Mazda hinterlässt einen bleibenden Eindruck, wieder mal, es ist nicht der erste, den wir testen durften. Eindrücklich nicht, weil das Auto etwas so unfassbar gut wäre und in einer schönen Farbe namens Melting Copper (kostet 900 Franken Aufpreis) wirklich edel aussieht, sondern weil es eben genau den Anspruch nicht protzig nach aussen trägt. Die beliebteste Farbe scheint übrigens Crystal Red zu sein, wenn man den Reaktionen auf das neue Modell vertraut. Das schillernde Rot transportiert die Idee, Design in Bewegung auch an einem stehenden Auto zu symbolisieren, am ehesten. Fazit: Der Mazda6e ist etwas für Menschen mit Sinn fürs Feine und Besondere. Nicht einfach nur ein Auto, sondern eine Einstellung und ein Bekenntnis zur japanischen Philosophie. 

PS: Der gesamte Automarkt in der Schweiz ist rückläufig (Stand Mitte März 2026), die Schweizerinnen und Schweizer reagieren zurückhaltend, kaufen eher Hybride oder Plug-in-Hybride, als reine Elektroautos, was mit dem Gesamtzustand der Branche zu tun hat, die auch nicht wissen, wohin die Reise gehen soll. Ausserdem macht die momentane Weltlage auch nicht wirklich Lust auf Anschaffungen in der Grössenordnung eines Autos. Mazda hat 1.2 Prozent Marktanteil in der Schweiz (die führenden Marken sind Volkswagen mit 12.6 Prozent und Škoda mit 10.2 Prozent, Stand Februar 2026, Quelle: auto.swiss). 

Basispreis für einen Mazda6e mit 68,8 kWh Batterie, 190 PS, einer Reichweite von 479 km gemäss Werk und Hinterradantrieb: Ab 43 600 Franken.

Mazda.ch

Wir fuhren den Testwagen auf Einladung von Mazda und durften im herrlich gelegenen Hotel Alhambra Palace übernachten. 


Creator
Dörte Welti
Journalistin

Veröffentlicht online am 16 März, 2026

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