Der Lotus Effekt

Text: Sandra-Stella Triebl
Fotos: Sebastian Triebl

Der Lotus Effekt

Text: Sandra-Stella Triebl
Fotos: Sebastian Triebl

Lotus Elise Supercharged

Für Elise, eine Komposition von Ludwig van Beethoven aus dem Jahre 1810 mit einer traurigen Geschichte. Denn es gibt unzählige Theorien zur Identität von Elise, welche jedoch allesamt nicht bewiesen werden konnten. Vermutet wird jedoch, dass es sich um eine Widmung an Therese Malfatti handelte, die Beethoven beabsichtigte zu ehelichen. Eine Verlobung kam jedoch nicht zustande. So versteht man auch, weshalb das Klavierstück in a-Moll komponiert wurde und eine melancholische Simplizität in sich trägt, die beneidenswert ist.

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Doch bevor Sie denken, Sie haben sich im Magazin geirrt, kommen wir doch zurück zum Lotus Elise. Auch ein Lotus trägt diese Züge von Simplizität in sich, ohne jedoch banal, langweilig oder gar einfach zu wirken. Die Designsprache ist klar, kantig, kompromisslos. Er hat kompakte Masse, einen brummeligen Mittelmotor und verzichtet zur Gänze auf die sonst so üblichen Komfortmerkmale. Lendenstütze? – Fehlanzeige. Komfortblinker? – Pustekuchen. Sitzheizung? – Vergessen Sie’s. Servolenkung? – Wie bitte? – Und trotzdem strahlt der Lotus Elise eine Faszination aus. Gerade weil er nach dem Motto zu gedeihen schien: Reduce to the max und eigentlich eh alles drin ist, was es braucht. In der Tradition eines Roadsters (ja genau, man sitzt mit dem Popo möglichst nah auf der Strasse) wurde ein Sportwagen kreiert, der mit seiner Leichtbauweise und dem bewussten Weglassen jeglicher Bestandteile, die dem Lotus weiteres (unnötiges) Gewicht anlasten könnten, seinesgleichen sucht. Das Leergewicht eines Lotus liegt daher lediglich zwischen 740 und 950 kg. Zum Vergleich: ein VW Golf VI wiegt je nach Modell zwischen 1200 und 1500 kg. So wiegt der Lotus weniger als zwei Haflinger, die gemeinsam auf rund eine Tonne kommen.

Wer Lotus Elise fährt, mag’s reduziert, spartanisch, minimalistisch. Man mag den Sound des Motors, auf dem man fast zu sitzen scheint. Man mag die Beschleunigung, die man im Elise deutlicher spürt wie in einem auf Komfort getrimmten Automobil. Und man mag Kurven, denn nur dann macht ein Elise so richtig Spass. Autobahnfahrten kann man sich derweil getrost schenken. Wer nun denkt, er muss dabei ein schlechtes Gewissen haben, irrt. Das Einstiegsmodell Lotus Elise S schlägt mit 179 g/km CO2-Emissionen und einen durchschnittlichen Verbrauch von 7,6 l/100 km zu Buche. Bei einer Beschleunigung von 4,6 Sekunden von 0 auf 100 km/h hat der Elise tatsächlich kaum Konkurrenz zu befürchten. Auch preislich kann er sich sehen lassen, beginnen die Preise für die S-Version doch bei CHF 53‘450.00, beim Supercharged SC, unserem Testwagen, liegen sie mit CHF 71‘600.00 immer noch auf einem erträglichen Niveau. Nur eines ist beim Elise eben nicht so gut machbar: im engen Bleistiftrock oder kurzen Sommerkleidchen lässt es sich nur schwer elegant aus- und einsteigen, ausser man möchte die Blicke aller auf sich ziehen. Trotz ausgefeilter Origami-Technik – man schafft es irgendwie nicht so recht, nicht wie ein vom Hexenschuss geplagtes Wesen auszusehen. Dafür verschmilzt man mit der Technologie – und der Strasse. Einen Lotus Elise zu fahren heisst damit: Purismus geniessen und zelebrieren.

 

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