Das Glück Trägt Hut

Text und Fotos: Tamara Krieger

League of Leading Ladies Conference 2027

LD73 – Mag

WIE WOHNEN ERFOLGREICHE FRAUEN?
HEUTE ZU GAST BEI DIANA GRÄFIN BERNADOTTE

„Das kreative Talent habe ich von meiner Grossmutter geerbt“, erklärt Diana Gräfin Bernadotte und lächelt dabei wissend. Und das war nicht irgendeine Oma, sondern immerhin die Grossfürstin Marija Pawlowna Romanowa, eine Enkelin des Zaren Alexander II. Marija war zeitlebens eine Künstlerin, die als Stoffdesignerin, Modeberaterin, Fotografin und Schriftstellerin die ganze Welt bereiste und sogar zusammen mit Coco Chanel das eine oder andere Gewand entwarf. Es ist also kein Wunder, dass ihre kunstaffinen Gene familienintern weitergegeben wurden.

Eigentlich wollte Gräfin Diana die Hotelfachschule absolvieren. Das hätte ihr Spass gemacht und wunderbar in den Familienbetrieb auf der Bodenseeinsel Mainau gepasst. Denn die weit herum bekannte Blumeninsel Mainau ist nicht nur das Vermächtnis ihrer Eltern, Lennart graf Bernadotte und Sonja Gräfin Bernadotte, sondern auch ein Unternehmen, das nicht nur über überwältigende Gartenanlagen verfügt, sondern auch ein boomender Tourismus-, Gastronomie- und Eventbetrieb ist, der pro Jahr durchschnittlich 1,2 Mio. Besucher empfängt. Klar, dass hier neben den 150 permanenten Mitarbeitern auch die ganze Familie mit anpacken muss. Das hat Gräfin Diana natürlich stets getan und tut es auch heute noch, aber entschieden hat sie sich schlussendlich trotzdem für eine Ausbildung als Modistin.

Bereits im Internat hatte sich ihr Hang zu Kunst und Mode abgezeichnet. Diana war immer dabei, wenn es darum ging, Theater zu spielen oder in einer Kunst-AG mitzuwirken. Der entscheidende Impuls kam, als sie gemeinsam mit ihrer Mutter eine Hutmesse besuchte, die den Titel „Mut zum Hut“ trug. Sie sah die eleganten und zuweilen verrückten Kopfbedeckungen, welche die Damen stolz vorführten, und da war ihr plötzlich klar, dass sie Hutmacherin werden wollte. Dieser Beruf verbindet alles, was ihr wichtig ist: Kreativität, Handwerk, Nähe zu den Kunden und immer wieder Blumen.

Heute betreibt Diana Gräfin Bernadotte ihr eigenes Hutatelier inklusive Laden im Schloss auf der insel Mainau und berät dort täglich persönlich ihre Kunden. „Leider ist der Hut etwas aus der Mode gekommen. Die Menschen verbinden den Hut in der heutigen Zeit generell mit Freizeit“, erklärt sie. Und weil Freizeit immer knapper werde, bleibe der Hut auch gerne mal auf der strecke. Nichtsdestoweniger sind ihre Hüte gefragt, werden von Damen auf der ganzen Welt getragen und schmücken auch schon mal gekrönte Häupter. Jeder einzelne Hut, den Gräfin Bernadotte entwirft, eigenhändig herstellt und verkauft, ist natürlich ein Unikat. Und so gehen Kundinnen, die sich für einen Hut entschieden haben, mit dem positiven Gefühl aus dem Laden, etwas gekauft zu haben, das mehr ist als eine Handtasche oder ein Paar Schuhe. Ein Hut ist ein Lebensgefühl. Wer ihn trägt, erregt Aufmerksamkeit. Ob ein schlichter Sommerhut oder ein opulent dekorierter für eine besondere Gelegenheit, der Hut ist immer Ausdruck von Lebenslust und oftmals auch von köstlicher Grandezza.

Die Inspiration für ihre Kreationen holt sich Gräfin Diana bei Spaziergängen durch die Gärten der Insel Mainau, aber oft entstehen die Ideen ganz einfach während der Arbeit an einem Hut. Wenn es mal Tage gibt, an denen sie die Muse nicht küssen will, dann geht sie in die Schlosskirche, um die Stille zu geniessen und auch ein bisschen, um ihren verstorbenen Eltern nahe zu sein, die beide in der Kirche beigesetzt sind. Sie versuche dann in Gedanken mit ihnen zu kommunizieren, erklärt Gräfin Diana mit einem Lachen: „Die geben natürlich keine Antwort, aber man kann sich vorstellen, was sie einem antworten würden.“ Diese seltenen Momente der Kontemplation haben schon so manche entzückende Hutkreation hervorgebracht.

Auf die Frage, ob ihr der Name Bernadotte bei ihrer Karriere weitergeholfen habe, antwortet Gräfin Diana: „Er hat mir sicher manche Tür geöffnet, aber ich musste immer selbst die Kraft finden, auch durch die Tür zu gehen. Meine Eltern haben mir beigebracht, dass es nicht reicht, einen namen zu haben, man muss ihn auch ausfüllen können.“ Das ist nicht immer ganz leicht, denn an grosse Namen werden stets auch grosse erwartungen gestellt, und um diese zu erfüllen, bedarf es Disziplin, Feinfühligkeit und Ausdauer. Das kann eine Belastung sein, aber Diana hat diese Last nie als negativ empfunden, sondern sie hat ihr als Motivation gedient, das Beste aus sich selbst herauszuholen.

Ihr Erfolgsverständnis ist überraschend ehrlich und wird heute nur selten in diesem Zusammenhang ausgesprochen: „Ich will glücklich sein.“ Das ist sie, wenn es ihren Kindern gut geht, die Besucher die Parks auf der Mainau geniessen, ihre Kundinnen zufrieden sind oder einfach nur, wenn AC/DC im Radio läuft. Selbstverständlich weiss sie, dass ihr Geschäft profitabel sein muss, aber auch hier will sie ihrer Linie treu bleiben und nur die Hüte herstellen und verkaufen, hinter denen sie voll und ganz stehen kann. Geschäftlicher Erfolg ist ihr wichtig, aber eben nicht um jeden Preis.

Authentizität und integrität waren schon immer Trumpf im Schloss auf der Mainau. Und auch wenn sie dort aufgewachsen ist und noch immer viel Zeit dort verbringt, so wohnt Gräfin Diana heute mit ihren zwei Kindern in einer Stadtwohnung in Konstanz. Herzeigen wollte sie ihre Räumlichkeiten nicht, aber mit Schalk in den Augen erklärt sie: „Ja, wir haben auch einen Kronleuchter. Den farbigen mit den bunten Steinen von IKEA, und der hängt im Zimmer meiner Tochter.“ Ausserdem sammelt sie antike Schneekugeln und umgibt sich gerne mit Dingen, die für sie einen emotionalen Wert darstellen. Es gibt deshalb viele Familienfotos, aber auch ein Kuhfell anstelle eines Teppichs im Wohnzimmer und ein Weinregal in Form einer englischen Telefonzelle. „nicht in originalgrösse!“, betont sie und lacht. Ihr Erfolg und die Quelle ihrer Kreativität mögen auch in der ansteckenden Fröhlichkeit liegen, die Diana Gräfin Bernadotte überall verbreitet. Nicht umsonst hat ihr Vater Diana diese weisen Worte mit auf den Weg gegeben, an die sie sich eisern hält: „Du kannst alles im Leben verlieren, Kind, aber verliere nie deinen humor!“

 

 

LANDHAUS DIVA
*lesen sie mehr von unserer gastautorin unter www.landhausdiva.ch

Veröffentlicht online am 30 Dez., 2013

Weitere Artikel in der Kategorie Lifestyle

Ladies Drive No. 73: Beauty Must Haves

Ladies Drive No. 73: Beauty Must Haves

Eure Beauty-Must-haves für den Frühling 2026
Die einzigen 5 Hautpflege-Tipps, die du dieses Frühjahr brauchst

Die einzigen 5 Hautpflege-Tipps, die du dieses Frühjahr brauchst

Sommer, Strand und Sonnenschein stehen wieder vor der Tür und jetzt verändert sich auch die Art, wie du dich schminkst.
Ladies Drive No. 73: Du bist, was du liest

Ladies Drive No. 73: Du bist, was du liest

Unsere Buch-Highlights aus der Sisterhood und darüber hinaus
Das Hotel Giardino Ascona feiert seinen 40igsten mit einer Welle

Das Hotel Giardino Ascona feiert seinen 40igsten mit einer Welle

Vom 25. bis 29. Mai 2026 findet das OLA Retreat im Fünf-Sterne-Hotel Giardino in Ascona statt – anlässlich des 40-jährigen Jubiläums des Hauses am Lago Maggiore.
Lalique: Wenn Licht und Luft zu Glas werden

Lalique: Wenn Licht und Luft zu Glas werden

Seit 1888 steht Lalique für Eleganz in Kristall verewigt. In der neuen Kollektion findet sich eine Leichtigkeit wieder, die wir so gut gebrauchen können in diesen alles andere als einfachen Zeiten.
Das kann das neue Samsung S26

Das kann das neue Samsung S26

Ende Februar stellte Samsung die neue Galaxy S26 Serie vor – bestehend aus dem S26, S26+ und dem S26 Ultra. Die neue Serie setzt stark auf KI-gestützte Funktionen – von Kamera bis Assistenzsystem.
Duft-Mikro-Rituale: 5 Sekunden Selfcare, die zwischen Calls und Kids wirklich funktioniert

Duft-Mikro-Rituale: 5 Sekunden Selfcare, die zwischen Calls und Kids wirklich funktioniert

Duft als 5-Sekunden-Schalter in deinem Alltag
Ladies Drive No. 72: Beauty Must Haves

Ladies Drive No. 72: Beauty Must Haves

Eure Beauty-Must-Haves für den Winter 2025/2026
Kleine Wunder…sind nicht laut. Und doch da.

Kleine Wunder…sind nicht laut. Und doch da.

Sie kommen ohne Pauken und Trompeten. Ohne Drama und den grossen Auftritt.
Unsere Sprache formt unser Gehirn

Unsere Sprache formt unser Gehirn

Mich treibt dabei vor allem ein Thema ganz besonders um: wie verändert sich unser Gehirn mit unserem emotionalen Sprachwortschatz?
Ladies Drive No. 72: Women Empowering Women

Ladies Drive No. 72: Women Empowering Women

In dieser Rubrik stellen wir ausschliesslich Produkte, Services oder Angebote vor, die von Frauen aus unserer weit gefassten Sisterhood produziert, kreiert oder angeboten werden.
Geteilte Interieur-Visionen in der Zürcher Innenstadt

Geteilte Interieur-Visionen in der Zürcher Innenstadt

Der Möbelhandelskonzern Conforama Schweiz und die französische Möbelmarke Bobochic Paris haben eine Kooperation initiiert und einen gemeinsamen Pop-up Store in Zürich eröffnet. Noch bis Ende des Jahres präsentieren die beiden Unternehmen eine kuratierte Auswahl an Möbeln in der Zürcher Innenstadt.
Ausgewählte Artikel aus der aktuellen Ausgabe des Ladies Drive Magazins werden in Kürze veröffentlicht.

Schau dir alle anderen Artikel aus der Kategorie Lifestyle an

Was erfolgreiche Frauen wirklich bewegt

Stories, Erfahrungen und Impulse, ungeschönt erzählt und echt.
Hol Dir das Abo (20.-/Jahr, 4 Ausgaben).

Ladies Drive 73 Frühling 2026. Cover

Folgt uns in den sozialen Medien, um in Kontakt zu bleiben und erfährt mehr über unsere Business Sisterhood!

#BusinessSisterhood     #ladiesdrive

Möchtet Ihr mehr News über die Sisterhood & alle Events?

Werde Kindness Economist und Teil unserer Business Sisterhood!

  • •⁠ ⁠⁠Zugang zu exklusiven Angeboten und Verlosungen, die ausschliesslich für die Newsletter-Community gelten.
  • •⁠ ⁠⁠Erfahre als Erste von unseren Events und profitiere von Spezialkonditionen.
  • •⁠ ⁠⁠Lerne wie wir gemeinsam die Welt bewegen und verändern können.

Jetzt den Ladies Drive-Newsletter abonnieren.

Sie haben den Ladies Drive Newsletter erfolgreich abonniert!

Pin It on Pinterest

Share This