Louis Widmer ist ein Schweizer Familienunternehmen, das heute in dritter Generation geführt wird. Gegründet wurde das Kosmetik- und Pharmaunternehmen 1960 in Uitikon von Louis-Edouard Widmer und seinem Sohn Louis-Max Widmer. Seit 2006 steht mit Annemarie Widmer die dritte Generation an der Spitze des Unternehmens, welches mittlerweile 250 Menschen beschäftigt.
Ihr eigener Weg dorthin begann früh: Mit gerade einmal 23 Jahren stieg Annemarie Widmer ins Familienunternehmen ein. Nur vier Jahre später verlor sie ihren Vater und übernahm Verantwortung für das bereits international tätige Unternehmen. Heute blickt sie auf 24 Jahre bei Louis Widmer zurück.

Im Rahmen des Launch-Events der zwei innovativen Seren, das proderm pures Retinolserum und das nutriderm Epigenetic Konturenliftingserum, sprach Annemarie Widmer mit Ladies Drive über Resilienz, Verantwortung und die Kraft eines Familienunternehmens. Sie erzählt, warum sie heute weniger Angst vor der Zukunft hat, weshalb junge und ältere Generationen voneinander lernen sollten und was sie bis heute antreibt.
Ladies Drive: Die Idee hinter Ladies Drive ist es, Frauen aus der Wirtschaft zu porträtieren, ihre Geschichten zu erzählen und ihnen Sichtbarkeit zu geben. Dabei interessiert uns auch immer, woher eine Person kommt. Deshalb zum Einstieg eine etwas persönliche Frage: Was ist ein Duft aus deiner Kindheit?
Annemarie Widmer: Da kommen mir natürlich zuerst Menschen in den Sinn. Zum einen meine Mutter. Sie wird nächste Woche 92 und trägt seit jeher „Knowing“ von Estée Lauder.
Und dann ist da mein Vater, der vor 20 Jahren verstorben ist. Er hatte einen alten Mercedes 280sl Pagode, mit dem wir in meiner Kindheit im Sommer unterwegs waren. Dieses Auto riecht nach einer Mischung aus Benzin, Leder, Teppich und altem Holz. Für mich ist diese Mischung Kindheit pur und eine schöne Erinnerung an meinen Vater. Heute fahre ich dieses Auto und wenn ich einsteige, kommt mir dieser Geruch entgegen. Ich habe immer ein bisschen Angst, dass er irgendwann verschwindet und mir diese Kindheitserinnerung dadurch entwischt.
Es ist faszinierend, wie stark Gerüche mit Erinnerungen und Emotionen verbunden sind. Wenn wir von deiner Kindheit und Jugend den Bogen zu deinem beruflichen Weg schlagen: Was wolltest du damals einmal werden?
Für mich war immer klar, dass ich arbeiten und Karriere machen möchte. Und dies lieber früher als später, also kam für mich eine Lehre mit einem schnellen Berufseinstieg wie gerufen. Die weiteren Ausbildungen, die ich für meinen Weg benötigte, habe ich später berufsbegleitend nachgeholt. Zudem war mir wichtig, mit einem Produkt zu arbeiten. Ich bin ein haptischer Mensch. Ich mag Dinge, die man spüren, sehen, riechen und erleben kann. Als ich dann in unser Familienunternehmen einsteigen durfte, war das natürlich toll für mich. Auch weil ich als Frau eine natürliche Nähe zur Kosmetik habe.

Wenn du heute mit all deiner Erfahrung auf deine Karriere zurückblickst: Was hat dich am meisten überrascht?
Die Stärke unserer Marke. Louis Widmer gibt es mittlerweile 66 Jahren und wir sind durch sehr viele Krisen gegangen. Ich bin stolz darauf, was meine Vorväter aufgebaut haben, aber auch auf das, was wir während der wirtschaftlichen Krisen meiner Zeit erreicht haben. Wir haben nie aus wirtschaftlichen Gründen Mitarbeitende entlassen, in keinem Land, in dem wir tätig sind. Diese Resilienz hat mich tatsächlich überrascht. Während der Pandemie hatte ich teilweise wahnsinnige Angst um die Zukunft, ganz ehrlich. Die Gedanken, was passiert mit all den Menschen, wenn es unser Unternehmen irgendwann nicht mehr gibt, haben mir schlaflose Nächte bereitet.
Unsere Resilienz basiert unter anderem auf einer gewissen Bescheidenheit. Mein Vater hat immer gesagt: „Bevor du einen Franken ausgibst, musst du ihn zweimal sparen.“ Das ist eine ganz simple Regel, an die wir uns immer gehalten haben. Wir sind bis heute zu 100 Prozent eigenfinanziert. Und dies trotz Hochpreisinsel Schweiz als Produktionsstandort und einer Konkurrenz, die aus internationalen Grosskonzernen besteht, welche im günstigeren Ausland produzieren. Diese unternehmerische Eigenständigkeit gibt auch unseren Mitarbeitenden eine gewisse Sicherheit.
Was sind neben dieser finanziellen Sicherheit weitere Faktoren, die euch als Unternehmen resilient machen?
Ein ganz wichtiger Faktor sind unsere Mitarbeitenden und ihre Nähe zum Unternehmen. Gerade am Montag haben wir einer Kollegin Blumen und Champagner überreicht, da sie seit 30 Jahren bei uns ist. Und das Schönste ist: Wir haben viele langjährige Mitarbeitende.
Gleichzeitig braucht es aber auch frischen Wind, der uns immer wieder neu belebt. Es ist diese Mischung an Diversität, die ich als erfolgsrelevant erachte und die uns sehr wichtig ist.
Wenn du noch einmal auf deinen eigenen Weg zurückblickst: Was hat dich als junge Frau besonders geprägt?
Ich glaube, es ist die Wertehaltung und die Frage, wie die eigenen Werte mit denen des Unternehmens und der Menschen darin übereinstimmen. Was mich schon als Kind geprägt hat und es heute noch tut, sind die Menschen um mich herum. Ich lasse Menschen auf mich wirken und kann dadurch unglaublich viel lernen. Am Schluss ist alles, was wir machen, People Business. Mit und für einander.

Du trägst heute sehr viel Verantwortung. Gleichzeitig haben wir heute viel darüber gehört, welchen Einfluss Stress auf unsere Gesundheit und Langlebigkeit haben kann. Was machst du, um dich zu erholen und abzuschalten?
Ich bin in meinem Stressmanagement noch nicht dort, wo ich sein möchte, und dies ist doch schon mal eine gute Erkenntnis. Am besten abschalten kann ich wiederum mit Menschen, vor allem mit meinen Kindern. Wenn ich zu Hause bin, versuche ich wirklich, einfach Mami zu sein. Auch Familie und Freunde sind wichtig für mich. Ich bin gerne in der Natur und reise viel. Reisen inspiriert mich und hilft mir, Distanz zu gewinnen und abzuschalten.
Ich finde es schön, dass du so offen sagst, dass du beim Thema Stressmanagement selbst noch nicht dort bist, wo du gerne wärst. Gerade in einer geschäftsführenden Position kann es auch eine Stärke sein, eine gewisse Verletzlichkeit zu zeigen.
Ich glaube, das Wichtigste ist Authentizität. Nicht nur als Person, sondern auch als Unternehmen und als Brand. Du musst dem Wesentlichen treu bleiben. Natürlich muss man sich modernisieren und Dinge verändern und vorantreiben, aber im Kern sollte man sich treu bleiben.
Ich glaube, je älter man wird, desto besser findet man zu sich selbst und desto stärker möchte man auch für diese Authentizität einstehen. Das hat etwas extrem Entspannendes und Befreiendes.
Wenn du deinem 25-jährigen Ich heute einen Rat geben könntest, welcher wäre es?
In diesem Alter und auch schon davor habe ich mir wahnsinnig viele Sorgen gemacht: Was ist, wenn dieses oder jenes passiert? Ich habe mich mit solchen Gedanken teilweise richtig strapaziert. Und dann kam es sowieso anders. Manchmal besser, manchmal noch viel heftiger als angenommen. Ich glaube, ich würde mir heute selbst hinter die Ohren schreiben: „We cross the bridge when we get there.“
Natürlich braucht man als Unternehmerin Weitsicht. Aber es gibt eben auch Bereiche, in denen es besser ist, sich nicht schon um etwas verrückt zu machen, das vielleicht gar nie eintritt.
Ich lebe heute sehr stark im Hier und Jetzt. Mit dem älter werden gelingt dies besser. Früher hatte ich mehr Angst vor der Zukunft. Erfahrung gepaart mit tieferem Vertrauen bringen Ruhe in alles.
Eine Frage müssen wir dir zum Schluss natürlich noch stellen, schliesslich steckt sie schon im Namen unseres Magazins: Was ist dein Drive? Was motiviert dich und treibt dich an?
Das Vertrauen, das uns geschenkt wird. Als Unternehmer, als Arbeitgeber und vor allem das Vertrauen der Konsumentinnen und Konsumenten.
Ich hatte kürzlich eine sehr schöne Begegnung mit einer Frau. Wir kamen ins Gespräch und irgendwann fiel der Name Louis Widmer. Sie öffnete ihre Handtasche, nahm eine unserer Augencremes heraus und erzählte mir, wie dankbar sie für diese Pflege sei und wie sehr ihr unsere Produkte geholfen hätten. Die hatte eine Operation am Hals und die Augencreme wird ua als Narbenpflege eingesetzt.
Da habe ich gedacht: Was wir bei Louis Widmer machen, hat eine Sinnhaftigkeit. Solche Geschichten geben mir unglaublich viel Kraft und Motivation. Wenn Frauen zu mir kommen und erzählen, dass sie unsere Produkte schon seit vielen Jahren verwenden, berührt mich das. Ich glaube, dieses Vertrauen, das uns geschenkt wird, ist meine grösste Motivation.
Zwei neue Louis Widmer Seren ab Herbst 2026
Am Launch-Event anfangs September stellte Louis Widmer zwei neue Produkte vor: das proderm Pures Retinol Serum und das nutriderm Konturenlifting-Serum.
Beim proderm Pures Retinol Serum steht die Regeneration der Haut über Nacht im Fokus. Dafür kombiniert das Serum Retinol mit dem Antioxidans Astaxanthin. Retinol unterstützt die Zellerneuerung, während Astaxanthin die Haut vor oxidativem Stress schützen soll. Laut Louis Widmer ist es das erste Retinolserum der Marke mit integriertem antioxidativem Schutz.
Das nutriderm Konturenlifting-Serum setzt dagegen auf straffere und definiertere Gesichtskonturen. Eine Kombination verschiedener Wirkstoffe soll die Haut festigen, aufpolstern und ihre Elastizität unterstützen. Dazu gehören unter anderem Liftonin®-Qi und Gravityl™ sowie pflegende Inhaltsstoffe wie Hyaluronsäure, Vitamin E und Panthenol.
Mehr Informationen über Louis Widmer, die neuen Produkte und die Geschichte des Schweizer Familienunternehmens:
www.louis-widmer.com.










