Man muss den brasilianischen Künstler Romero Britto nicht dem Namen nach kennen, um seine Kunst schon mal irgendwo gesehen zu haben. Unzählige Brands weltweit haben Lizenzen gekauft, um seine Entwürfe für ihre Produkte nutzen zu dürfen, darunter auch Schweizer Marken wie Hublot oder Swatch (limitierte Edition für das Montreux Jazz Festival). Es gibt eine Britto Barbie, Mickey und Minnie Mouse in dem Design, einen Bentley, einen Fiat 500 (an der Art Basel letztes Jahr vorgestellt Video), Wilson Tennisschläger oder Koffer von Heys – die Liste ist sehr, sehr lang.
Ein gesellschaftliches Format
Im Efficiency Club in Zürich stellt Romero Britto Bilder und Skulpturen aus, er ist aber auch hier, um der Eröffnung der Art on Ice Show persönlich beizuwohnen, die mit seinen Farbexplosionen arbeitet.


Für die diesjährige Jubiläumsshow zu 30 Jahren Art on Ice hat er nicht nur das Logo kreiert, sondern auch eine Bilderwelt geschaffen, in der die Eiskunstläufer ihre Show darbieten können (nur bis 7. März, sorry!). Guido Persterer, Kunsthändler und Präsident des Efficiency Clubs, hat den Künstler nach Zürich geholt und in den Club gebracht, wie zuvor schon Amanda Lear oder Jordi Mollà. Diesmal aber hatte Guido Persterer noch eine extra Portion Motivation für sein Tun: Nach Einstellen des TV-Formats Gesichter & Geschichten im Schweizer Fernsehen möchte er dem gesellschaftlichen Leben in Zürich mit eben genau solchen Veranstaltungen eine Plattform bieten. Deshalb war auch Paola Biason, die das Format einst als Glanz & Gloria mitverantwortet hat, massgeblich an der Organisation der Romero Britto Vernissage und Ausstellung beteiligt war. Moderiert wurde der Anlass folgerichtig von Nicole Berchtold, ehemalige Moderatorin bei G&G.

Einer für alle
Romero Britto ist erstaunlich nahbar, kein Künstler, dem man grosse Allüren zuschreiben würde. Er lässt sich bereitwillig über sein Leben aus, erzählt von seiner Kindheit in Brasilien und davon, wie er als neuntes Kind seiner Eltern in ärmlichen Verhältnissen in Recife auf. Er sei immer ein positiver Mensch gewesen, verkündet der 63-Jährige vergnügt, aber er habe schon Glück gehabt, dass er aus der Armut herausgefunden habe. Schulbildung war nicht seine Stärke, er brach die High School ab und erprobte sich früh als Jugendlicher in der Kunst. Als 25-Jähriger kam er in die USA. «Mein Traum war, mein Leben zu verändern», schaut er zurück und das tat er. Mit seinen Versionen von berühmten Bildern von Picasso, van Gogh, Andy Warhol oder Keith Haring, dann mit ganz eigenen kunterbunten fröhlichen Motiven. Er macht Kunst für alle, das ist so gewollt, jeden soll die Happy Art, wie er es nennt, erreichen. Er hat ein sonniges Gemüt, der Mann. Auf die Frage, ob seine Kunst zur Lösung der Probleme in der Welt beitragen kann, antwortet er: «Unbedingt! Kunst soll inspirieren und die Menschen zusammenbringen. Ich will Freude verbreiten mit meiner Kunst. Sharing happiness!» Dazu dienen ihm auch – er ist der meistlizenzierte Künstler der Welt – die praktisch inflationär verbreiteten Produkte mit Romero Britto Art: «Die Firmen, mit denen ich zusammenarbeite, sprechen zu allen Menschen aus allen Ländern und allen Schichten.»
Schuhbidu in Aussicht
Maximales Marketing, kann man sagen, sein Riesenstore in Miami hat 20 000 Quadratmeter, bald sollen weitere zum Beispiel in Tokio folgen. Romero Britto für alle – es ist schwer, sich dem Charisma dieses sprudelnden, dauerproduzierenden und in der gesamten Welt bestens vernetzten Unikum zu entziehen. Ein Bild von einem Sneaker in der Ausstellung (in der übrigens auch kräftig verkauft wurde) ist ein Hinweis auf den nächsten grossen Coup mit der Marke Skechers, die Schuhe mit Romero Britto Design auf den Markt bringen wird, an der Art Basel letztes Jahr gab es bereits einen Vorgeschmack zu dem Deal (Video).
Info: Die Ausstellung im Efficiency Club dauert noch bis Ende März 2026 und ist auch für Nicht-Clubmitglieder zugänglich. Montags bis freitags, 9 bis 17 Uhr oder auf telefonische Voranmeldung unter 044 222 2525.
























