Sandra-Stella Triebl

Können Wir Nachfühlen, Was Menschen Im Krieg Erleben?

Text: Sandra-Stella Triebl
Foto: Tomek Gola
Grafik/Art Director Ladies Drive: Natasha Papst

Können Wir Nachfühlen, Was Menschen Im Krieg Erleben?

Text: Sandra-Stella Triebl
Foto: Tomek Gola
Grafik/Art Director Ladies Drive: Natasha Papst

Empathie bedeutet nicht, mit jemanden zu leiden sondern mit jemanden mitzufühlen. Man besitzt also die geistige und emotionale Vorstellungskraft dazu. Das ist bisweilen etwas schwierig wenn es um einen Krieg geht. Können wir uns wirklich vorstellen wie das sein muss? Wie es sich wirklich anfühlt, wenn man um sein Leben bangt?
Empathie bedeutet nicht, mit jemanden zu leiden sondern mit jemanden mitzufühlen. Man besitzt also die geistige und emotionale Vorstellungskraft dazu. Das ist bisweilen etwas schwierig wenn es um einen Krieg geht. Können wir uns wirklich vorstellen wie das sein muss? Wie es sich wirklich anfühlt, wenn man um sein Leben bangt? Ich habe, damals für Radio Argovia, gemeinsam mit anderen Schweizer Journalistinnen und Journalisten, das Kriegsgebiet in Bosnien und die Grenzregionen in Kroatien, während des Krieges, besucht. Wir haben Zerstörungen gesehen, die kaum in Worte zu fassen sind. Wir haben mit Betroffenen gesprochen, mit drei Frauen-Generationen, die allesamt ihre Männer und Söhne verloren hatten. Sie waren in einem Auffanglager und haben für uns mit dem letzten Rest, Kuchen und Brot gebacken. Sie waren so glücklich, dass sich jemand ihrem Schicksal und ihrer Geschichte annimmt, sie erzählt, da draussen in der sogenannte „zivilisierten Welt“. Wir haben mit Frauen gesprochen, die im Krieg vergewaltigt und hochschwanger wieder zurück in ihre Heimat geschickt wurden. Es war unfassbar, den Schmerz in den Augen dieser Frauen zu sehen. Wenn man mit dem Popo in der warmen Butter schwimmt, so wie ich es hier in der Schweiz tue, braucht man einige Zeit, um zu realisieren, dass auch ein Krieg Teil unserer Welt, unserer Realität ist. Teilweise haben wir uns ehrlich gesagt aufgeführt wie total naive Kriegstouristinnen und -touristen. Wir sind durch Dörfer spaziert, die 2 Stunden später zerbombt wurden. Wir sind durch Landschaften gewandert, die vermint waren. Wir waren in der Grenzregion zu Serbien unterwegs, haben uns dabei verfahren und sind nur mit viel, viel Glück mit dem Leben davon gekommen weil wir uns in einem Gebiet voller Heckenschützen befanden. Das hat man uns zumal im Nachhinein erzählt.
Diese Reise hat mich tiefgründig verändert. Weil ich das erste Mal verstanden habe, welche Abgründe in der menschlichen Seele vorhanden sind. Und welche Grausamkeiten wir bereit sind zu tun, wenn es die Umstände von uns verlangen. Was wir bereit sind zu tun, um unsere eigenen Kinder und unsere Liebsten zu schützen.
Zurück zu meiner Eingangsfrage: Können wir wirklich nachvollziehen wie es den Menschen in einem Krieg ergeht und zwar auf beiden Seiten? Verfügen wir über die emotionale Intelligenz? Letztere ist eine von vielen Fragen, denen wir in der aktuellen Ausgabe von Ladies Drive nachgegangen sind, damals nicht wissend, dass es schon bald einen Krieg in Europa geben wird. Von Herzen Dankeschön an alle Kreateure. Danke, dass Ihr euer Herz geöffnet habt.

Wir spenden bis auf weiteres 50 % der Einnahmen aus dem Verkauf unserer Magazine an eine Organisation, die Frauen in Kriegsgebieten unterstützt. Es ist ein kleines Zeichen – aber ein wichtiges. #empathie #ladiesdrive #togetherforasharedfuture #magazin #collaboration

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Und sie ist bunt. Und sie strahlt.
Wie bitte, werden Sie sich vielleicht fragen? Finden nicht gerade parallel Krieg, Inflation, Pandemie, Klimawandel und andere Katastrophen statt? Doch! Aber an der League of Leading Ladies Conference wurden keine Gründe gesucht, um Angst zu schüren, sondern Wege, um die Probleme anzupacken. Der Herausforderung ins Gesicht schauen hat einen grossen Vorteil: Es nimmt dem Gespenst den Schrecken. Und kurbelt die Lösungssuche an.

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Olena schiebt den Buggy vorsichtig vor sich her, zieht die Bremse an und setzt sich auf einen noch leeren Platz am Fenster. Der 4-jährige Matwej klettert auf den Schoss, die 2-jährige Violetta schläft im Buggy, zugedeckt mit einem Schal. Den Koffer verstaut Olena unter dem Sitz, den Rucksack neben ihr auf dem Sitz. Sie winkt ihrem Ehemann und ihrem Onkel, die auf dem Perron stehen, ihr Mann ruft sie an. Der Zug fährt noch nicht los, sie wechseln die Blicke und Worte, muntern sich gegenseitig auf. Fast hätte sie ihn auch ohne Handy besser verstanden, der Ton kommt verzögert, und es ist auch immer wieder dasselbe, was er sagt. Alles wird gut.

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