In unserer heutigen Zeit mit Social Media, künstlicher Intelligenz und dem Internet kommen wir mit Entscheidungen, die unser Verstand trifft, nicht wirklich weiter.
Dafür gibt es zwei triftige Gründe:
- Unser Gehirn verarbeitet etwa elf Millionen Sinneseindrücke pro Sekunde, von denen nur 40 bis 50 bewusst wahrgenommen werden. Die meisten dieser Informationen werden von unserem Gehirn gefiltert und unbewusst verarbeitet, um zu vermeiden, dass wir von der Informationsflut überwältigt werden. Diese Filterung ist entscheidend dafür, worauf wir unsere Aufmerksamkeit lenken und welche Entscheidungen wir treffen.
- Unser Verstand versucht immer, aus vergangenen Erfahrungen Lösungen für die Zukunft zu finden. Was aber, wenn die Zukunft völlig anders ist als unsere Vergangenheit? Wie kann unser Verstand dann die richtigen Entscheidungen treffen, wenn er nicht weiss, was diese Zukunft für uns bedeutet?
Da wir die immer grösser werdende Fülle an Informationen sinnvoll verarbeiten müssen, kann es für uns nicht die optimale Lösung sein, dies ausschliesslich mit unserem Verstand zu tun. Deshalb ist es gerade jetzt so wichtig, auf unser Herz zu hören und Entscheidungen mit unserer Intuition, unserem Bauchgefühl, zu treffen.
WAS WÄRE, WENN? ANGST,
ETWAS ZU VERSÄUMEN?
Wir tun es 35'000-mal täglich – meist völlig unbewusst, vor allem wenn wir auf Social Media unterwegs sind: Wir treffen Entscheidungen. Oft geschieht das automatisch, ohne dass wir es überhaupt bemerken. Gerade im digitalen Raum entscheiden wir innerhalb von Sekundenbruchteilen, ob wir weiterscrollen oder ob wir uns einen Beitrag ansehen oder anhören.
Ähnlich verhält es sich mit den Nachrichten, die wir lesen oder hören. Wollen wir verstehen, was gemeint ist? Wird unser Interesse geweckt? Ist es für uns relevant? Wenn unsere Aufmerksamkeit nicht sofort gepackt wird, verschwindet die Information ungelesen im grossen Sumpf der Unbedeutsamkeit.
Aber was, wenn es für uns wichtig gewesen wäre? Wenn wir genau diese Information oder Empfehlung gebraucht hätten? Quälen wir uns deshalb durch uninteressante Artikel, hören Podcasts in Endlosschleife, weil wir Angst haben, etwas zu versäumen?
Was wäre, wenn?
Die Fear of Missing Out wird immer grösser und hält uns in Schach. Auf der anderen Seite haben wir erkannt: Es hört niemals auf. Wir werden nie fertig. Egal, wie sehr wir uns bemühen – die Flut an Informationen wächst weiter. Wie gehen wir damit um? Wie erhöhen wir unsere digitale Resilienz?
EINE EINFACHE ANTWORT
Am HeartMath Institute wurde untersucht, was passiert, wenn unser Herz in den Entscheidungsprozess einbezogen wird. Dabei wurde festgestellt, dass das Herz die Fähigkeit haben soll, Ereignisse in naher Zukunft zu antizipieren. Genau deshalb kann es uns helfen, Entscheidungen zu treffen – insbesondere solche, die im Einklang mit unseren Werten stehen.
Um künftig besser mit der Fülle an Informationen umgehen zu können, ist es hilfreich, nicht nur den Verstand zu befragen, sondern auch das Herz. Das mag zunächst ungewohnt klingen – vor allem in einer Welt, die stark auf analytische Entscheidungen ausgerichtet ist. In der Praxis kann es sich jedoch als überraschend klar und stimmig anfühlen.
DIE FRAGE, DIE DEIN DIGITALES LEBEN VERÄNDERT
Es ist eigentlich ganz einfach: Bei allem, was uns im Internet oder auf Social Media begegnet, stellen wir uns die Frage:
„Ist das für mich?“
Diese Frage kann tatsächlich vieles verändern. Sie spart Zeit, reduziert Stress und schafft Klarheit. Ich kann gar nicht sagen, wie viele Stunden an Scrollen, Podcast-Hören und Suchen im Internet ich mir dadurch erspart habe. Und nicht nur das: Ich habe mich dabei gut gefühlt – nicht schuldig, weil ich eine Podcast-Folge nicht zu Ende gehört oder einen Artikel nicht vollständig gelesen habe.
Es geht nicht mehr darum, alles „fertig“ oder „perfekt“ zu machen. Es geht darum, sich darauf zu fokussieren, was für dich wirklich wichtig ist und welche Informationen du tatsächlich brauchst. Oder auch darum, zu hinterfragen: Stimmen diese Informationen überhaupt oder handelt es sich um Fake News? Aus eigener Erfahrung kann ich sagen: Die Informationen, die wirklich wichtig sind, finden ihren Weg zu uns. Wir müssen sie nicht ständig suchen – wir dürfen sie auch empfangen.
Diese Haltung hat viel Druck aus meinem Leben genommen und mir Stress erspart. Wenn du etwas siehst, frag dich: „Ist das relevant für mich?“ – und beobachte, was in deinem Körper passiert. Wie reagiert dein Herz auf diese Frage? Dehnt es sich aus oder fühlt es sich leichter an? Oder zieht sich etwas zusammen?
Am Anfang hilft es, einfach offen zu beobachten. Mit der Zeit wirst du feststellen, dass dein Körper automatisch reagiert – und du intuitiv spürst: Das ist für mich.
NEUE ENTWICKLUNGEN BRAUCHEN NEUE TOOLS
Ich bin nach wie vor froh, dass ich mein Herz als Sparringspartner nutze – nicht nur im digitalen Raum, sondern bei allen, insbesondere wichtigen Entscheidungen. Was ich dabei gelernt habe: Mein Verstand findet nicht alle Entscheidungen meines Herzens gut. Anfangs bin ich deshalb oft hin- und hergeschwankt und habe eher meinem Verstand vertraut – bis ich später erkannt habe, dass die Entscheidungen des Herzens langfristig oft nachhaltiger waren. Ich kann nur empfehlen, sich bei Entscheidungen auf das eigene Herz zu verlassen. Es ist immer für dich da – und will nur das Beste für dich.






















