Giving for Good Causes

Text: Alexandra Kindermann
Fotos: Christie’s & Denis Hayoun – Diode SA

Ladies Drive Bargespräche – Vol.80

LD – Mag

EINE SERIE ÜBER WERTPAPIERALTERNATIVEN. TEIL VIII.

Was motiviert Daphne Guinness, ihre Vintage-Fashion- Sammlung für einen guten Zweck zu veräussern und warum versteigert Lily Safra ihre Juwelen als Jewels for Hope? Zwei grosse Frauen, die bis zum Sommer zahlreiche karitative Einrichtungen unterstützen werden.

Die atemberaubenden Roben von Chanel, Balenciaga, Lanvin, Gucci oder Alexander McQueen kauft man diesen Sommer nicht in Paris oder Mailand, sondern bei Christie’s in London, wenn der legendäre Kleiderschrank von Daphne Guinness geöffnet wird. Dies wird ein Happening, bei dem Topstylisten, Designer und Fashionistas mit ihren Bieterkarten nervöser in den ersten Reihen sitzen als bei den Schauen in Paris und New York.

Neben Rekordversteigerungen im Bereich Kunst, wie Claude Monets 80-Millionen-Dollar-Seerosengemälde, ist Vintage Fashion der kleine, glamouröse Star unter den 450 Auktionen, die pro Jahr bei Christie’s durchgeführt werden, die aber viel Rendite bringen kann, wie im vergangenen Dezember unter Beweis gestellt wurde. Da hat Christie’s New York die Garderobe der Filmdiva Elizabeth Taylor für unglaubliche 5,5 Millionen Dollar versteigert. Eine Couture-Christian-Dior-Abendrobe mit passender Abendtasche aus dem Jahre 1968, die Elizabeth Taylor zu dem jährlichen Ball der Rothschilds in Frankreich trug, erzielte $362,500 (£235,625/€279,125). Im Normalfall bewegen sich Schätzpreise allerdings zwischen 200 britischen Pfund für ein Pucci-Sommerkleid und 20’000 Pfund für ein 1952er-Dior-Kostüm. Wenn es um Wertsteigerung geht, sollten Sie Ihre 1980er-Couture also ruhig noch ein paar Jahre reifen lassen. Richtig in Mode kam Vintage Fashion um 2000, als Magazine und Supermodels anfingen, darüber zu reden. Zu diesem Zeitpunkt hatte Christie’s schon sechs Jahre lang Vintage Fashion angeboten und heute verkaufen wir in unseren Auktionen zehnmal so viel wie 1994.

Während der London Fashion Week im Juni wird die Vintage-Fashion- Sammlung von Daphne Guinness angeboten. Über 100 Teile aus der persönlichen Garderobe der zeitgenössischen Muse, die wie keine andere die Modewelt beeinflusst hat, werden zum ersten Mal gezeigt – und der ganze Gewinn, der mit dieser Auktion erzielt wird, wird zu Gunsten der Isabella Blow Foundation gehen. Die Isabella Blow Foundation unterstützt junge Künstler, die sich im Bereich zwischen Kunst und Mode bewegen.

Am Tag nach der Auktion können die gewagten Kombinationen der Daphne Guinness getragen werden, denn etwa 30 Prozent unserer Bieter tragen ihre Vintage-Trouvaille am nächsten Tag. Einige Teile werden sicherlich auch von Museen, Institutionen, Sammlern und Händlern sowie Stylisten und Agenten, die für ihre prominenten Kunden wie Kate Moss oder Gwyneth Paltrow kaufen, ins Auge gefasst und können so das 10-Fache der Schätzwerte erreichen. Wer wird wohl am 28. Juni das silberne Minikleid besitzen, das Alexander McQueen für Daphne Guinness 2008 design that?

Bei Lily Safra geht es nicht um eine Charity, sondern gleich um 20, denn ihre einmalige Schmucksammlung ist auf 20 Millionen Dollar geschätzt und wird zu gleichen Teilen aufgeteilt. Ihr Mann, Edmond J. Safra, Gründer der gleichnamigen Privatbank, hat vor Jahrzehnten die Edmond J. Safra Philanthropic Foundation gegründet, deren Vorsitz seine Frau 2000 übernommen hat. Unterstützt werden deshalb 20 Projekte in 40 verschiedenen Ländern, die ein breites Spektrum, von Religion bis Medizin, abdecken.

Edmund und Lily Safras Fähigkeit, die besten Juwelen der verschiedensten Epochen zu kaufen, zeugt davon, dass Juwelen gesammelt werden können, so wie Bilder, Photographien und andere Gegenstände. Lily Safra besass die schönsten Rubine, die reinsten Diamanten und die grösste Sammlung an JAR-Schmuckstücken; insgesamt kommen 67 Teile zur Versteigerung. JAR (Joel Arthur Rosenthal) hat in einer Zeitspanne von 20 Jahren insgesamt 18 Stücke für Lily Safra geschaffen und somit ist dies die grösste Ansammlung an JAR-Schmuckstücken, die sich in privater Hand befindet. Jedes Stück aus dem Atelier JAR ist ein Unikat. Er stellt zwischen 20–30 Schmuckstücke pro Jahr her und kann sich seine Kundschaft aussuchen. Wenn nun Mitte Mai diese 19 Juwelen auf einmal für ein breiteres Publikum zugänglich sind, kann davon ausgegangen werden, dass jedes Stück weit über seinen Schätzwert hinaus geht.

Wie zum Beispiel die Cameliabrosche, Schätzpreis $ 1,200,000–1,500,000, die JAR 2003 für Lily Safra gearbeitet hat, oder das sehr spezielle Paar Ohrringe in Tulpenform, gearbeitet aus Saphiren, Rubinen und Diamanten in 1987 (Schätzwert $ 250,000–500,000).

Diese Sammlung spiegelt wider, was der Markt sucht: beste Qualität aus Privathand und seit langem nicht auf dem Markt erhältlich gewesen. Die 67 Stücke sind Klassiker der verschiedensten Epochen, die diese Sammlung repräsentiert. Entsprechend darf man auf diese beiden aussergewöhnlichen Auktionen gespannt sein!
Weiterführende Informationen zu besagten Auktionen finden Sie auf www.christies.com

 

 

 

Veröffentlicht online am 17 Aug., 2012

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