No Commitment – No Achievement

Text: Christina Weigl

Ladies Drive Bargespräche – Vol.80

LD73 – Mag

Nun geht um Verbindlichkeit respektive um die innere Verpflichtung. In den Ladies Drive Ausgaben haben wir uns mit den ersten drei Ebenen auf dem Weg des Leaders „No Purpose à No Power à No Vision à No Passion à No Focus à No Freedom“ beschäftigt. Jetzt geht es um Commitment. Und zwar um echtes Commitment. Wie weit stehe ich für das was ich verwirklichen möchte auf und ein? Wie weit bringe ich meine Herzensvision in die Verwirklichung? Habe ich eine Übereinstimmung in meinem „Denken-Wollen-Können-Tun“? Ist die Entscheidung wirklich zu 100% getroffen? Verwirkliche ich mein zentrales Anliegen oder träume und rede ich nur davon? Commitment ist angesagt. Doch wie so oft halten uns Zweifel und Ängste von unserem eigenen Weg ab?

Ich erinnere mich gerne an diese Power-Frau in einem Coaching. Sie hatte vor einigen Sitzungen beschlossen, das Steuer in ihrem Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. Frust und Komfort adieu zu sagen. Sich zu Ufern zu wagen, welche wir erarbeiteten, visualisierten und die sie begeistern. Ausgerichtet auf das, was sie von tiefsten Herzen wirklich will. Und tatkräftig nun die ersten Schritte zu gehen.

Wie schon so oft erzählte ich ihr als Coach dazu aus dem Buch „Der träumende Delfin“…

„Daniel Delfin musste den grossen Sprung ins Unbekannte wagen. Die meisten von uns sind nicht in der Lage, über ihre Misserfolge hinwegzukommen. Deshalb gelingt es uns auch nicht, unsere Bestimmung zu erfüllen. Es ist leicht, für etwas einzutreten, das kein Risiko birgt. Und das Meer sprach zu Daniel Delfin: Wie willst du Erkenntnis gewinnen, wenn du dich deinen Ängsten nicht stellst? Wir alle haben Träume, dachte er. Nur dass manche unermüdlich darum kämpfen, ihre Bestimmung zu erfüllen, während andere ihre Träume und Visionen einfach ignorieren. Aus blosser Angst zu verlieren, was sie besitzen. Ihnen wird niemals bewusst, welchen Sinn ihr Leben eigentlich hat. Daniel Delfin hat alles hinter sich lassen, was ihn bisher eingeschränkt hatte. Letztendlich liegt die grosse Herausforderung darin, die Grenzen in dir selbst zu überwinden und so weit zu gehen, wie du dir niemals hättest träumen lassen.“ (Aus dem Buch „Der träumende Delfin“ von Sergio Bambaren)

Meine Coaching-Kundin erinnerte mich auch stark an meinen eigenen Weg. Was können wir als Frau tun, damit wir unser Ziel in der Menge von Möglichkeiten und Anforderungen nicht aus den Augen verlieren? Wie den Stolpersteinen elegant ausweichen und mit unseren einzigartigen Wesen auf dem eigenen Weg bleiben? Mit diesen Fragen in der Handtasche fuhr ich zu Heinz Kaegi. Der Leadership-Experte und Mentor.

 

Ladies Drive: Herr Kaegi, was kann Frau tun, wenn sie die Chance für persönliche Leadership mutig angehen will?

Heinz Kägi: Es beginnt mit dem Wort „Chance“. Wir Menschen nehmen selektiv wahr. Betrachtet Frau den persönlichen Leadership-Prozess als sinnvoll oder sinnlos? Denn nur wenn sie es sinnhaft findet und ihre Wertehaltung darin widerspiegelt, wird sie unterwegs mutig voranschreiten. Für ihren persönlichen Weg auf und einstehen, denn ohne Sinn keine Kraft.

Wie kann ich als Frau sicherstellen, dass ich wirklich auf meinen gewünschten Weg komme?

 Die Voraussetzung ist: sie muss wissen wohin sie will. Der träumende Delfin aus der Geschichte hatte seinen grossen Traum. Die „höchste Welle“ zu reiten und seinen Sinn darin zu finden. Das war sein klares Ziel und dafür gab er alles. Nur dadurch kann 100%iges Commitment entstehen. Wenn ich klar werde, wohin ich möchte. Es braucht vor allem Klarheit über die Vision oder das Ziel. Wohin will ich und warum? Ansonsten gibt es jede Menge „verführerische“ Einladungen, vom Weg abzukommen. Und wahrscheinlich zurück im Alltagsfrust zu landen.

Auf was sollte ich konkret achten, wenn ich auf meinen einzigartigen Weg bleiben will?

Die Chancen vom Weg abzukommen sind gross. Das Schlüsselwort heisst „Achtung Verzettelung“! Es braucht hier vor allem Klarheit. Die verschiedenen Möglichkeiten, die mich vom Weg abbringen können, scheinen attraktiv. Diese immer wieder in den Fokus zu bringen und zu forschen: Welche dieser Verzettlungen bringt mich schneller zum Ziel? Und welche davon birgt Gefahr, mich vom Weg abzubringen? Was ist die Ideallinie, um auf der höchsten Welle zu reiten? Das war Daniel Delfins Training Tag für Tag. Auf was muss ich fokussieren, um auf der Welle zu bleiben? Im gleichen Moment, wo ich den Fokus aus dem Auge verliere, beginnen die Schwierigkeiten durch Verzettelungen. Visualisieren aus tiefsten Herzen mit allen Sinnen. Das ist zu tun, um auf dem Weg zu bleiben.

Wie gehe ich mit Hindernissen und Zweifeln um? Wie gelingt es mir dann, diese Ausrichtung im Fokus zu halten?

 Hindernisse und Zweifel sind Ressourcen, respektive innere Stimmen die sich melden. Sie wollen berücksichtigt werden. Verdrängen macht sie meist nur stärker. Integrieren ist notwendig. Es lohnt sich zu überprüfen: Wie fest glaube ich an mein Ziel? Als Daniel Delfin entschlossen hat, seine Bucht zu verlassen und die höchste Welle zu reiten hat er ein grosses JA in sich. Meine und sage ich 100% JA? Dann kann uns niemand mehr vom Ziel abhalten. Möchte ich 100%? Glaube ich 80%? Wäre ich auch mit 70% zufrieden? Dann werde ich auch nur diesen Teil erhalten.

Es gibt so viele Stolpersteine um aufzugeben oder zu scheitern. Wie verwirkliche ich in diesem anspruchsvollen Umfeld meine persönlichen Werte, meine Begeisterung und mein Engagement? Wie viel kann und darf ich von emotionalen Qualitäten zeigen?

Wichtig ist, dass meine Zielsetzung klar ist und dass ich das, was ich dafür tue ganz tue. Mit Herzblut und 100% Commitment. Dann brauche ich ein Feedback-System, damit ich erkennen kann, wie sich meine Fortschritte entwickeln. Um so zu verändern und zu optimieren, bis ich auf meine Art und Weise damit zufrieden und erfolgreich bin. Emotionale Qualitäten dabei authentisch zu zeigen ist erfolgreicher, als mit sozialen Masken unterwegs zu sein.

Delphine geben ihr Wissen dem Schwarm weiter. Im Management wird leider noch zu oft gehortet. Der Zugang zu Infos verhindert statt geteilt. Wie schaffe ich eine positive Umkehr, ohne ausgenutzt oder instrumentalisiert zu werden?

Zu fragen was ist hilfreich für das System und nicht nur für bestimmte Menschen. Wenn ich in den ersten 5 Fragen absolute Klarheit habe, werde ich nicht mehr als Instrument benützt werden können. Denn ich werde gestützt von der Wahrheit im System.

Für mich ist ein Titel oder Hierarchie weniger wichtig. Im Fokus ist eine erfolgreiche und kooperative Zusammenarbeit, um Bestleistungen für Teams und die Organisation zu ermöglichen. Auf was soll ich achten, um mir selbst als Leader vorne am Weg treu zu bleiben?

Das wichtigste auf diesem Weg ist, dass ich bewusst meine Werthaltungen verwirkliche. Sie sind mein Cockpit und geben Orientierung, was mir wichtig ist für eine erfolgreiche Zusammenarbeit. Und der Beruf zur Berufung wird und begeistert.

 

 

* Christina Weigl ist unsere Gastautorin und wird Sie an dieser Stelle rund um das Thema „Female Leadership“ und „Female Entrepreneurs“ informieren. Sie ist Unternehmerin und Coach in Luzern. www.christina-weigl.ch

Heinz Kaegi: Leadership-Experte und Autor des BILANZ-Bestseller „Gesucht: Leader“ www.empowerment-group.com

 

Veröffentlicht online am 2 Juli, 2012

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