„fjord Trends 2016“: die Smartwatch Wird Schlauer, Big Data Lernt Manieren, Apps Verschwinden

Text: Accenture, bearbeitet durch Carmen Platonina
Foto: Accenture

League of Leading Ladies Conference 2027

LD73 – Mag

Ein aktueller Report der globalen Design- und Innovationsberatung FJORD, eine Tochtergesellschaft von Accenture, beschreibt zehn digitale Entwicklungen und ihren Einfluss auf Menschen.

„Die Digitalisierung lässt kaum einen Lebensbereich aus“, sagt Thomas A. Müller, Design Director Europa bei FJORD. „Das hat Auswirkungen darauf, welche neuen Dienstleistungen und Angebote auf die Menschen zukommen und wie Unternehmen und andere Organisationen sie gestalten sollten.“„Intelligente Dienste werden dem Internet der Dinge Leben einhauchen“, sagt Christoph Loeffler, Managing Director Deutschland bei FJORD. „Wir nennen sie ‚Living Services‘ – digitale Angebote, die sich automatisch in Echtzeit an die Bedürfnisse von Menschen und an Situationen anpassen. Sie werden uns das Leben in vielen Bereichen erleichtern, erfordern aber auch ein Umdenken beim Umgang mit Daten.“

 

Der Report „FJORD Trends 2016“ beleuchtet zehn digitale Entwicklungen, mit denen sich Unternehmen und Verwaltungen heute schon befassen und die sie zukünftig noch stärker vorantreiben werden:

1. Geräte, die zuhören. Wearables (Smartwatches, Fitness-Armbänder) und Nearables (z.B. Amazon Dash) kennen die Vorlieben ihrer Nutzer und liefern ihnen ausgewählte Angebote. Mit diesen Geräten können Menschen spontan Dinge kaufen, Informationen abrufen und kommunizieren. Die Folge: Verbraucher sind immer weniger bereit, Zeit für Recherchen aufzuwenden. Stattdessen suchen sie kurz und zielgerichtet nach bedarfsgerecht Lösungen.

2. Big-Data-Etikette. Wer beim Sammeln, Speichern und Kontrollieren von Daten nicht vertrauenswürdig ist, wird auf Dauer Kunden verlieren. Deshalb wird sich eine Big- Data-Etikette etablieren. Dazu zählt, Datenschutz stärker in die Entwicklung von Technologie und Produkten einzubauen („privacy-by-design“), wie es etwa Microsoft tut und wie es die bevorstehende EU-Datenschutz-Grundverordnung vorsieht. Um den Prozess des Datensammelns sensibler zu gestalten, sollten ihn sich Organisationen so aufbereiteten Angeboten.

3. König Mitarbeiter. Im Kampf um die besten Köpfe investieren Arbeitgeber in Employee Experice Design, die ganzheitliche Gestaltung, wie Menschen ihre Arbeitsumgebung erleben. Denn der digitale Lebensstil hat die Arbeitswelt verändert. Menschen gewöhnen sich an flexibles, selbständiges Arbeiten. In den USA bieten viele Erwerbstätige ihre Dienste bereits über Plattformen wie TaskRabbit an. Mitarbeiter erwarten heute weniger starre Arbeitsformen und eine bessere digitale Ausstattung. Arbeitgeber stehen vor der Herausforderung, die unterschiedlichen Ansprüche mehrerer Generationen in Einklang zu bringen.

4. Das Verschwinden der Apps. Viele Apps, die nur eine einzige Funktion erfüllen, gehen in Plattformen und breiteren Angeboten auf. Ein Beispiel ist WeChat, ein chinesisches Messaging-Angebot mit mittlerweile zehn Millionen Dritt-Apps. Andere Plattformen bilden sich rund um Smart-Home-Anwendungen und das vernetzte Auto. Anbieter digitaler Services müssen sich mit folgenden Fragen beschäftigen: In welchen Situationen nutzen Menschen ein Angebot? Welche Plattformen gibt es dafür bereits? Wie kann man die eigene Anwendung so gestalten, dass sie sich dort einspeisen lässt?

5. Luxus für alle. Was früher einer wohlhabenden Elite vorbehalten war, steht heute vielen Menschen mit einem Fingerwisch zur Verfügung, etwa ein Chauffeur oder ein persönlicher Assistent wie Facebook M. Dank digitaler Technologie kann heute jedes Unternehmen Dienste auf den Einzelnen zuschneiden – und in einer Grössenordnung anbieten, die sie für ein breites Publikum erschwinglich machen.

6. Nahbare Verwaltung. Die öffentliche Verwaltung arbeitet daran, den Bürgern den Zugang zu ihren Angeboten zu erleichtern. Grossbritannien und die USA haben Richtlinien für digitales Design herausgegeben, die einfacher und besser durchdacht sind als viele Beispiele aus der Wirtschaft. Unter Druck geraten Verwaltungen und Regierungen dort, wo private und privatwirtschaftliche Initiativen wie Refugees Welcome digitale Angebote schaffen, weil ihnen Dienste der öffentlichen Hand nicht ausreichend erscheinen, keine hilfreichen Informationen bieten oder diese schlicht fehlen.

7. Gesundheit als Statussymbol. Selbstoptimierung verlässt die Nische technikverliebter Kosmopoliten. Fitness-Armbänder und ähnliche Geräte mit Diensten, die Bewegungs- und Ernährungsgewohnheiten auswerten, sind für viele erschwinglich. Die Daten, die sie liefern, machen sich für Verbraucher bezahlt, um Beispiel beim Abschluss von Versicherungen. Unternehmen werden Produkte und Services zunehmend als Wellness-Schnittstellen anbieten.

8. Virtuelle Realität. Träume werden wahr. Jenseits von Computerspielen entstehen erste handfeste VR-Anwendungen auf den Feldern Bildung, Kollaboration, Tourismus und Medizin. Mit den erschwinglichen Geräten, die jetzt auf den Markt kommen (Oculus Rift) oder bereits erhältlich sind (Gear VR von Samsung), können Unternehmen erstmals ernsthaft beginnen, mit Virtual Reality zu experimentieren, um nicht ins Hintertreffen zu geraten, auch wenn „Killeranwendungen“ für den Massenmarkt noch etwas auf sich warten lassen werden.

9. Weniger Entscheidungen, mehr Lebensqualität. Dienste nehmen Menschen Entscheidungen ab, die ihnen die wachsende Zahl digitaler und anderer Angebote abverlangt. Es ist die Stunde von Services wie Google Now, die sich einmal getroffene Entscheidungen merken und sie automatisch wiederholen – und von Abo-Diensten, die dem Kunden das liefern, was er voraussichtlich mag, seien es Bücher, Lebensmittel oder Musik. Die Auswahl treffen Algorithmen.

10. Design von innen heraus. Unternehmen investieren in Design Thinking, um mit der rasanten digitalen Entwicklung und sich wandelnden Kundenerwartungen Schritt halten zu können. Design Thinking ist ein vor allem bei Start-Ups gepflegter Ansatz: Ein Bedarf oder ein Problem wird hier strikt aus Anwendersicht betrachtet, um dann einen Service oder ein Produkt zu gestalten. Mittlerweile richten sich immer mehr Firmen eigene strategisch orientierte Design-Abteilungen ein und schaffen Führungspositionen für Design-Verantwortliche.

 

Veröffentlicht online am 23 Feb., 2016

Weitere Artikel in der Kategorie Business

Female Founders News #33 – April 2026

Female Founders News #33 – April 2026

April was a month of step-changes for Swiss female-founded companies. The funding rounds got larger and recognition stretched well beyond Switzerland—with  BLP Digital entering Goldman Sachs's Swiss portfolio, vVardis reaching unicorn status, and Swiss founders appearing on the Forbes Europe 30 Under 30 and Fast Company's global innovation rankings.
Frauen in den Medien: THE DEVIL WEARS PRADA 2

Frauen in den Medien: THE DEVIL WEARS PRADA 2

20 Jahre nach dem Blockbuster THE DEVIL WEARS PRADA läuft jetzt das Sequel in den Kinos an. Die – freudigen – Erwartungen waren hoch.
Weichheit als deine grösste Stärke?

Weichheit als deine grösste Stärke?

So wird sie zu einer neuen Qualität von Kraft
Rado: 40 Jahre Expertise in Keramikuhren

Rado: 40 Jahre Expertise in Keramikuhren

Partytime für eine Uhrenmarke, die sich den Beinamen Master of Materials redlich verdient hat.
Verletzlichkeit zeigen ist nichts für Weicheier!

Verletzlichkeit zeigen ist nichts für Weicheier!

Seit Brené Brown ihr Buch „The Power of Vulnerability“ geschrieben hat, ist Verletzlichkeit zu zeigen eine gute Sache. Wirklich? Was heisst das eigentlich? Und warum soll das Vorteile bringen?
Verletzlichkeit klug einsetzen

Verletzlichkeit klug einsetzen

Verletzlichkeit gilt oft als Schwäche – besonders in Führungsrollen. Doch was wäre, wenn genau sie eine der wirkungsvollsten Führungsqualitäten wäre?
Make Yourself Vulnerable

Make Yourself Vulnerable

“To share your weakness is to make yourself vulnerable;to make yourself vulnerable is to show your strength”– Criss Jami
Contenance, Mesdames!

Contenance, Mesdames!

Wie Manieren uns nicht nur in der digitalen Welt retten
Luxus mit zweitem Leben

Luxus mit zweitem Leben

LOOP bringt exklusive Designerstücke vom Online-Marktplatz in die reale Welt. Mit Pop-up-Stores wird nachhaltiger Luxus erlebbar – authentifiziert, kuratiert und nah an der Kundschaft.
Ladies Drive lanciert die Next Gen und Nachwuchsinitiative „Future League of Leading Ladies“

Ladies Drive lanciert die Next Gen und Nachwuchsinitiative „Future League of Leading Ladies“

Unsere Future League of Leading Ladies verbindet Community, Mentoring, Weiterbildung, Networking und monatliche Get-together-Dinners, bei denen erfahrene Frauen aus der Business Sisterhood ihren wertvollsten Big Sister Advice teilen. Wir servieren bei unseren monatlichen Get-togethers in Zürich also keinen oberflächlichen Small Talk, sondern echte Deep Dives.
Female Founders News #32 – March 2026

Female Founders News #32 – March 2026

March brought a record-breaking space seed funding round, several regulatory milestones, and more than 20 female-led companies entering accelerator programs or earning industry recognition—a strong start to the second quarter.
High Performance ohne Selbstüberforderung: Neue Perspektiven auf Alltag und Energie

High Performance ohne Selbstüberforderung: Neue Perspektiven auf Alltag und Energie

Ein durchgetakteter Alltag, steigende Anforderungen und der Anspruch, in möglichst vielen Lebensbereichen gleichzeitig zu funktionieren, prägen für viele Menschen die Vorstellung von Leistungsfähigkeit.
Ausgewählte Artikel aus der aktuellen Ausgabe des Ladies Drive Magazins werden in Kürze veröffentlicht.

Schau dir alle anderen Artikel aus der Kategorie Business an

Was erfolgreiche Frauen wirklich bewegt

Stories, Erfahrungen und Impulse, ungeschönt erzählt und echt.
Hol Dir das Abo (20.-/Jahr, 4 Ausgaben).

Ladies Drive 73 Frühling 2026. Cover

Folgt uns in den sozialen Medien, um in Kontakt zu bleiben und erfährt mehr über unsere Business Sisterhood!

#BusinessSisterhood     #ladiesdrive

Möchtet Ihr mehr News über die Sisterhood & alle Events?

Werde Kindness Economist und Teil unserer Business Sisterhood!

  • •⁠ ⁠⁠Zugang zu exklusiven Angeboten und Verlosungen, die ausschliesslich für die Newsletter-Community gelten.
  • •⁠ ⁠⁠Erfahre als Erste von unseren Events und profitiere von Spezialkonditionen.
  • •⁠ ⁠⁠Lerne wie wir gemeinsam die Welt bewegen und verändern können.

Jetzt den Ladies Drive-Newsletter abonnieren.

Sie haben den Ladies Drive Newsletter erfolgreich abonniert!

Pin It on Pinterest

Share This