Perspektivwechsel bedeutet, Dinge, die sich eingebürgert haben, auch mal aus einem anderen Blickwinkel zu sehen. Genau das haben wir mit dem 9. Female Innovation Forum erreicht. Mit der Verlagerung der wichtigen und inspirierenden Award Night in das blue Cinema Abaton in Zürich haben wir bewusst eine neue Perspektive geschaffen, nämlich die in einem perfekten Auditorium.


Die über 250 vorwiegend weiblichen Gäste konnten so einen spannenden und inspirierenden Anlass auf einer grossen Bühne mit fantastischen multimedialen Möglichkeiten erleben. Und noch mehr Neues gab es: Die Workshops, in denen sich die fünf Start-ups Matcha & Friends, Mobyfly, Vedic Lab, Novapreneurs und Nuvage Wines mit ihren zwei dringendsten Fragen den Fachfrauen und -männern präsentierten, um möglichst viel Input und idealerweise Antworten zu finden, waren offen und fliessend. Die Idee resultierte aus dem Feedback aus unserer Businesssisterhood, die die vorherige Form, sich nur einem Start-up einer Stunde lang intensiv widmen können zu sollen, als zu starr empfanden.
Bigger Better Faster Together
Nach diesen offenen Begegnungen ging es in den grossen Kinosaal.


Erst begrüsste Moderatorin Sunnie Groeneveld, die auch durch den Rest des Abends führte, die Community, anschliessend ergriff Sandra-Stella Triebl, Gründerin und VR-Präsidentin von Swiss Ladies Drive, Chefredaktorin des Magazins Ladies Drive und Initiantin des Female Innovation Forums das Wort.

Sie betonte, wie wichtig in unserem Claim «Bigger Better Faster Together» gerade das «Together» sei, und dankte in diesem Zusammenhang allen Sponsoren und Eventpartnern, ohne die eine Veranstaltung wie das FIF niemals möglich wäre. Dann waren die Start-ups an der Reihe, sich in einem Zwei-Minuten-Pitch zu präsentieren und nochmals ihre Fragen zu formulieren.
Tee, Boote, Wein, Jobs und Haarpflege
Morena Frehner, CEO und Co-Founder von Matcha & Friends, macht sich Gedanken um die Finanzierung ihres nächsten Schrittes.


Matcha & Friends ist seit vier Jahren auf dem Markt, bisher eigenfinanziert, und möchte jetzt skalieren.
Vindou Duc, Fractional Chief People Officer bei Mobyfly, kam als Vertretung der Co-Gründerin Sue Putallaz. Auch bei dem innovativen Wassertransportkonzept geht es um Geld.


Mobyfly verkauft keine Hydrofoil-Boote, sondern peilt ein Lizenzgeschäft an. Dazu braucht es natürlich trotzdem eine Flotte, die mit einem Investment von bis zu CHF 20 Millionen erstellt werden soll.
Anita Canovas Forjette ist Co-Founder von Nuvage Wines, dem ersten alkoholfreien Wein aus der Provence. Sie sucht nach mehr Partnern im Hospitality-Bereich und auch nach mutigen Investoren.


Dr. Burcu Demiray, Founder und Managing Director von Novapreneurs, schliesst eine klaffende Lücke in der Berufswelt, indem sie erfahrene Berufstätige mit jungen Unternehmen zusammenbringt.


Sie ist allein unterwegs und an einem Punkt, an dem sie eine(n) Co-Founder sucht, die oder der einen Businesshintergrund hat.
Als Letzte präsentierte sich Vera Gupta, Co-Founder von Vedic Lab. Das Start-up, das Premiumprodukte gegen Haarausfall entwickelt hat, befindet sich in der zweiten Finanzierungsrunde und sucht Investorinnen und Investoren, die da mitziehen wollen.


Keynote der Gewinnerin 2025
Im Anschluss an diese mit sehr viel Informationen vollgepackten Präsentationen hatten wir die Ehre, mit Giovanna Dipasquale die Preisträgerin des letztjährigen Female Innovator of the Year Award als Keynote-Speakerin begrüssen zu können.

Sie ist CEO und Co-Gründerin von HeroSupport. Giovannas Entwicklung ist eine bahnbrechende Erleichterung für Frauen, die wegen Brustkrebs therapiert werden müssen. Sie brachte eine dieser aus einem 3D-Drucker stammenden Brustschalen mit, die individuell für jede Frau, die sich einer Therapie unterziehen muss, angefertigt werden können.

Mit Enthusiasmus erklärte sie, wie ihr Produkt funktioniert und wie sie die Fachwelt von der Notwendigkeit dieser Individualisierung von Krebsbehandlungen überzeugen muss. Gefragt, was ihr Traum sei, antwortete die auf Radiotherapien spezialisierte Medizinphysikerin: arbeitslos sein. Weil das bedeuten würde, dass Brustkrebs ausgerottet worden sei.
Brain Activation
Zeit für eine weitere Neuerung: Dank Hirncoach Barbara Studer wissen wir, dass eine Minute Brain Activation dafür sorgt, das eben Gehörte besser zu verarbeiten und zu memorisieren. Also hiess es: schweigen, Handy weg, atmen. Im Hintergrund dazu lief chillige Musik, die aus der Feder von Sebastian Triebl, Mitgründer und -inhaber von Swiss Ladies Drive und Vollblutmusiker, stammt. Im Laufe des Abends durften wir ein paar Mal in diesen besonderen Genuss kommen. Der nächste Programmpunkt hiess Kamingespräch. Sunnie Groeneveld lud Melanie J. Lennert-Anliker und Melanie Tschugmall zu sich aufs Sofa.

Sie haben mit CRO2go die erste Agentur gegründet, die sich ausschliesslich um die Einnahmen in einem Unternehmen kümmern. Oder besser gesagt darum, dass ein Unternehmen so schnell wie möglich in die Phase kommt, wo ein finanziell messbares Ergebnis erreicht wird.


Sie gehen dazu punktuell in die Unternehmen, geben ihr Wissen weiter, aber nicht in einem Vollzeitpensum. Ihr effizientes Verfahren haben sie aus Praktiken gelernt, wie sie im Silikon Valley üblich sind.
KI und Psychologie
Die zweite Keynote des Abends kam von Dr. Yasemin Tahris. Sie ist Co-Founder von Flowit und stellte eine verwirrende Frage: Wer macht hier eigentlich die Wäsche?

Der Kern ihrer Arbeit als Psychologin ist, mit Hilfe von Technologie das Beste für den Menschen in einem Unternehmen herauszuholen. Sie brachte eine Metapher an, die jede und jeder verstand: Künstliche Intelligenz sei das Pferd, das man ausbildet.


Die Kunst sei, das richtige Pferd für die richtige Aufgabe zu finden. Ihre Eingangsfrage verdeutlicht, dass es im Interesse jeder Firma sein sollte, die einzelnen Positionen mit genau den Menschen zu besetzen, die auch die entsprechenden Skills haben. Das zweite Kamingespräch führte Sunnie Groeneveld mit Dr. Vanessa Craig und Vanesa Trütsch.


Die zwei haben sich 2022 auf einer Art Blind Date kennengelernt, als Dr. Craigs Erfindung des Collagensupplements Formettā schon zwei Jahre auf dem Markt war. Sie beschrieben, wie Formettā auch nach sechs Jahren ohne Investoren auskommt und wieso klare Werte und eine konsequente Vision überlebenswichtig für ein junges Unternehmen seien. Sie gehen in ihren Partnerschaften selektiv vor, Klasse statt Masse zahlt sich für Formettā aus.


Die Award Night
Nach dem Flying Diner war es Zeit für die eigentliche Award Night. Bevor aber die vier Awards verliehen wurden, kamen die Gäste in den Genuss der Erfolgsgeschichte von Anja Graf.

Mit erst 18 Jahren eröffnete sie mit drei Mitstreitern eine Modellagentur und brauchte Wohnungen für die Models, die sie aus Tschechien in die Schweiz geholt hatte. Sie gründete 1999 mit vier eigenen Wohnungen Visionapartments, heute gehören ihr europaweit 2’500. Anja Graf beschrieb, wie sie neben ihrem intensiven Businessleben ein einigermassen ausgeglichenes Leben – sie hat vier Kinder – führen kann.

Sie ist auch als «Löwin» in der Fernsehshow «Höhle der Löwen» bekannt und verriet, wie sie sich für oder gegen Investments entscheidet. Sie würde immer das ganze Bild anschauen, das die Kandidaten vermitteln, nie nur auf das Produkt oder die Kandidaten als solche.
Impact Innovation Award
Als erster Award wurde der Impact Innovation Award in Zusammenarbeit mit der Volkswirtschaftsdirektion des Kantons Zürich verliehen. Er ging an Rea Eggli, die als Serienunternehmerin unter anderem mit wemakeit, Oazo Homes und Oomnium bewiesen hat, wie sich Unternehmen und Initiativen mit gesellschaftlicher Wirkung aufbauen und erfolgreich weiterentwickeln lassen. Die Auszeichnung würdigt ihr Engagement für Unternehmertum, das wirtschaftlichen Erfolg mit einem positiven Beitrag für die Gesellschaft verbindet.


Anne Schmidt, Projektleiterin Standortförderung in der Volkswirtschaftsdirektion des Kanton Zürich, hob in ihrer Laudatio hervor, wie wichtig es ist, dass Menschen wie Rea nicht nur selbst Neues schaffen, sondern anderen helfen, ihre Visionen zu verwirklichen. Die Ausgezeichnete widmete den Preis generös Sandra-Stella Triebl, die mit der Sisterhood, die sie aufgebaut hat, eben auch genau das tut: Impact bei anderen erreichen und das «Together» nicht nur predigen, sondern auch leben.
Design Innovation Award
Die junge Industriedesignerin Laure Gremion aus Neuchâtel wurde mit dem Design Innovation Award von USM ausgezeichnet. Mit ihrem Studio entwickelt sie eigenständige Produktdesigns, bei denen Funktionalität, Materialität und innovative Herstellungstechniken zusammenspielen. Gremions Arbeit zeigt, wie durchdachtes Design neue Perspektiven auf Materialien und alltägliche Gegenstände eröffnen kann. Ihre Entwürfe verbinden eine klare gestalterische Sprache mit überraschenden Funktionen und einem Interesse an den Möglichkeiten unterschiedlicher Werkstoffe.


Stéphanie Aeby, Head of Sales, Marketing und Services lobte in ihrer Laudatio die Leistung von Laure, Brücken zu schlagen zwischen Bildung und Innovation. Laure Gremion durfte sich darüber hinaus über einen Voucher für USM-Möbel freuen. Sie bedankte sich vor allem für die Sichtbarkeit, die der Design Innovation Award ihr persönlich als Designerin bringt.
Als kleines Intermezzo gab es einen Award, den wir neu eingeführt haben: den für das Most Innovative Outfit des Abends. Er wurde von unserem Partner PKZ gesponsert. Die überraschte Auserwählte Candy Roxo durfte einen Einkaufsgutschein für das Modehaus entgegennehmen.

Recognition Award

Claudia Glass erhielt mit dem Recognition Award den ersten Juryaward des Abends. Die ehemalige Lehrerin und Gründerin von Swijin entwickelt gemeinsam mit der Empa und unterstützt durch Innosuisse wissenschaftlich fundierte High-Performance-Sport-BHs mit innovativen Stützsystemen.


Mit der Verbindung von Forschung und Nutzerinnenfeedback hat sie ihre Idee zu einem marktfähigen Produkt vorangetrieben und setzt sich dafür ein, die Bedürfnisse von Frauen im Sport stärker zu berücksichtigen. In ihrer Laudatio blickte Sandra-Stella Triebl auf den Weg von Claudia zurück, die auch Teil der Ladies Drive Founder Academy gewesen sei und nie aufgegeben habe, auch wenn sie Rückschritte im Prozess zum fertigen Produkt habe erfahren müssen. Claudia Glass erhielt von unserem Partner astara aus den Händen von B2B und Used Car Director bei astara Central Europe, Beate Martin, einen Gutschein für einen Nissan ihrer Wahl, den sie einen Monat lang fahren darf. Darüber hinaus wird Tina Seiler, Mitglied der Jury und Partnerin bei Oppenheim & Partner, Claudia als Mentorin zur Verfügung stehen. Die beiden anderen Nominierten waren Dalia Goldberger, die mit Carero als Co-Founder eine Plattform geschaffen hat, über die Fachkräfte 50+ vermittelt werden. Und Hera Zimmermann, die mit Juna Period Periodenunterwäsche kreiert hat, die funktional ist und auch noch gut aussieht.


Female Innovator of the Year Award

Der zweite und letzte Jurypreis, der Female Innovator of the Year Award, ist der eigentliche Hauptpreis, der jetzt schon zum neunten Mal verliehen wurde. Er ging in diesem Jahr an Jessica Droujko. Sie entwickelt mit Riverkin intelligente Sensoren zur Überwachung von Flüssen und kleineren Bächen, um Sturzfluten frühzeitig zu erkennen und Prognosen zu verbessern. Über 100 Sensoren sind bereits im Einsatz, auch Schweizer Wasserkraftwerke nutzen die Technologie. Damit leistet Riverkin einen wichtigen Beitrag zur Früherkennung von Naturgefahren und zum Schutz von Menschenleben. Franziska Coninx, Head of Brand, Strategie und Creatives bei der Brack Alltron AG, präsentierte den Hauptpreis und würdigte Jessica Droujko für ihren innovativen Ansatz, mit Technologie einen Beitrag zur Sicherheit und zum Schutz vor Naturgefahren zu leisten. Die Gewinnerin erhielt ausserdem einen Voucher über CHF 5’000 aus dem Hause Brack.Business. Jessica Droujko hätte einfliegen sollen für die Award Night, aber der Gott der Flüge war gegen sie und so sass sie irgendwo fest. In einer Videobotschaft dankte sie für den Award.


Sunnie Groeneveld hielt die Laudatio, in der sie hervorhob, dass und wie sich Riverkin einer globalen Challenge stellt. Ebenfalls nominiert für diesen Award waren Dr. Julia Carpenter, die mit apheros ein Verfahren entwickelt hat, um heisse Chips zu kühlen. Und Dr. Murielle Schreck, deren flexible, dünne qCella-Heizelemente unendliche Einsatzmöglichkeiten eröffnen.
Kristallklar
Alle vier Preisträgerinnen wurden über alle Präsente hinaus noch jede mit einer Vase von Lalique bedacht. Senior-Transformation-Managerin Leonie Osterseelte von der Lalique Group überreichte die herrlichen Kristallobjekte persönlich.


Danke an unsere Partner
Ein herzliches Dankeschön an unsere Partner und Sponsoren, die das Female Innovation Forum 2026 ermöglicht und dazu beigetragen haben, innovative Unternehmerinnen sichtbar zu machen und wertvolle Begegnungen zu schaffen.
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