Die Must-haves der Saison

Zusammengestellt von Ioannis Martinis
Fotos: Press

Ladies Drive Bargespräche – Vol.80

LD73 – Mag

Die Must-haves der Saison

TIMP VON PLIET
Das Staatssekretariat für Wirtschaft macht uns eindringlich darauf aufmerksam, dass unser Wohlbefinden und die Gesundheit am Arbeitsplatz durch das Licht und die Beleuchtung an eben diesem beeinflusst werden. Ein guter Grund also, sich um eine anständige Lichtquelle zu kümmern. Für Puristen empfiehlt sich die schlichte Klemmleuchte Timp von Pliet. Ihre streng geometrische Form und der Werkstoff Holz verleihen der Tischleuchte einen markanten, archaischen Charakter, während die implementierte Leuchtstoffröhre für eine gleichmässig ausgeleuchtete Arbeitsfläche sorgt. Als besonderes Schmankerl für ästhetische Fundamentalisten hat der deutsche Designer Lutz Pankow den Schalter der Tischleuchte versteckt angebracht, damit er die wunderbar klare Linie von Timp nicht durchbricht.

CANEVAS – COLLECTION VON CHARLOTTE LANCELOT
Die Kunst der Stickerei kannte man schon im alten Ägypten und über die Jahrhunderte wurden die Techniken stetig weiterentwickelt und verfeinert. Für das spanische Label Gan hat die belgisch-stämmige Designerin Charlotte Lancelot diese alte Kunst neu interpretiert und damit ins dritte Jahrtausend befördert. Mit überdimensionalen Kreuzstichen in knallbunten Farben verziert sie eigenhändig die perforierten Filzmatten und lässt dabei Vexierbilder entstehen, deren Unschärfe ebenso gewollt ist wie ihre Unfertigkeit. Je näher man dem bestickten Objekt gegenübersteht, desto weniger erkennt man. Das ganze Bild erschliesst sich dem Betrachter, wie so oft im Leben, erst aus einer gewissen Distanz.

DANSK COUCH VON MEZZANINE
Die Anschaffung einer Couch ist eine heikle Sache. Wer es sich leisten kann, sollte für jede neue Wohnsituation auch eine neue Couch ordern und das alte Stück verschenken. Damit bereitet er oder sie nicht nur dem Beschenkten, sondern auch der neuen Wohnsituation eine grosse Freude. Wer es sich (wie ich) nicht leisten kann, sollte vor dem Kauf folgende Punkte bedenken: Das Sofa darf nicht zu gross sein, denn man wohnt nicht ewig in einem Loft. Es darf aber auch nicht zu klein sein, denn zu kleine Sofas sehen (ähnlich wie zu kleine Autos) nie wirklich gut aus. Nie. Und zuletzt sollten Form und Farbe ein längeres Haltbarkeitsdatum haben als das Bio-Joghurt im Kühlschrank. Die Dansk Couch von Lee-Ann Bell vereint diese Tugenden in wunderschöner Art und Weise. Ihre Masse sind respektabel, aber nicht ausladend. Und die skandinavische Formsprache verleiht der Couch eine traditionelle Ausstrahlung, die trotz ihres klassischen Äusseren frisch und zeitgemäss wirkt.

BANG & OLUFSEN, BEOPLAY A9
Bis zum Ende der Neunzigerjahre war die Heimelektronik von Bang & Olufsen in Sachen Design das Mass aller Dinge. Doch die Gerätschaften wurden optisch immer gefälliger, ja vielleicht sogar biederer, und konnten sich ästhetisch nur noch bedingt von der erstarkten Konkurrenz abheben. Auch der zurückhaltende Umgang mit neuen Technologien und die hohen Preise schreckten vor allem jüngere Kunden eher ab. Um weder die Stammkundschaft noch den Anschluss zu verlieren, haben die Dänen das Sub-Label Beoplay gegründet. Die Preise sind etwas tiefer angesiedelt, die Technologie aber überaus zeitgemäss und das Design endlich wieder mutig und frisch. Jüngster Spross der Beoplay Familie ist der Funklautsprecher A9. Sein Erscheinungsbild ist eigenwillig und unverkennbar skandinavisch. Ein schlichter Kreis, der wahlweise auf einem Dreifuss aus Holz oder an der Wand befestigt werden kann. Entworfen wurde er von Øivind Alexander Slaatto. Die Musik holt sich der A9 direkt via Streaming vom Computer. Als kleine Spielerei für Technikverliebte hat B&O am oberen Rand einen berührungsempfindlichen Sensor angebracht, mit welchem man die Lautstärke regeln kann. Ein Objekt zum Verlieben.

SMARTIES VON WALTER
Die Redensart, einem alten Produkt einen neuen Anstrich zu verpassen, wurde wohl selten treffender gewählt als bei diesen Hockern namens Smarties. Die rustikalen, alten Sitzgelegenheiten wurden vom Kreativ-Team des Zürcher Concept Stores Walter Vintage Möbel & Accessoires sorgfältig restauriert und bis zur Hälfte in Signalfarbe getaucht. Klingt simpel, ist simpel. Doch manchmal sind die einfachen Ideen schlichtweg die besten. Denn die Hocker, welche wahlweise in Gelb, Mintgrün, Weiss oder Neonpink (mein Favorit) erhältlich sind, lösen schon beim ersten Anblick einen intensiven ,Haben-Wollen-Effekt‘ aus, der einen nicht mehr loslässt. Und wem das alles zu bunt ist, der sollte den Store ,Walter‘ im Zürcher Kreis 5 trotzdem besuchen. Das Sortiment wurde ausgesprochen liebevoll zusammengestellt und ist eine stilvolle Hommage an das gute alte Handwerk.

 

* Ioannis Martinis – Jurist, Mitbegründer der Kreativagentur NOCA und Kurator des Online-Magazins www.perfectlounge.ch

 

 

Veröffentlicht online am 4 März, 2013

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