Und hinter ihren gerade einmal 19 Millimetern steckt eine ziemlich grosse Geschichte.
1956 kam die erste Ladybird auf den Markt. Es war eine Zeit, in der die Armbanduhr am weiblichen Handgelenk noch längst nicht so selbstverständlich war wie heute. Damenuhren waren weniger Zeitmesser als Schmuckstücke. Sie sollten elegant, diskret und vor allem möglichst klein sein.
Bei Blancpain führte dieser Anspruch allerdings zu einer uhrmacherischen Herausforderung: Wie klein kann eine mechanische Uhr eigentlich werden, ohne an Präzision und Robustheit einzubüssen?
Betty Fiechter
Eine Frau, die diese Entwicklung entscheidend vorantrieb, war Betty Fiechter. 1933 übernahm Betty Fiechter gemeinsam mit André Leal die Manufaktur und wurde damit zur ersten Frau an der Spitze einer Schweizer Uhrenmanufaktur. Das zu einer Zeit, in der Frauen in der Schweiz noch nicht einmal auf nationaler Ebene wählen und abstimmen durften. Fiechter machte Damenuhren zu einem wichtigen Teil der Manufaktur und vertrat eine für die damalige Zeit bemerkenswerte Haltung: Eine Uhr für Frauen sollte technisch nicht weniger anspruchsvoll sein, nur weil sie kleiner und zierlicher war.

Das Resultat war 1956 die Ladybird. In ihrem Inneren arbeitete ein mechanisches Uhrwerk mit einem Durchmesser von gerade einmal 11,85 Millimetern – das kleinste runde mechanische Uhrwerk, das je in Serie gefertigt wurde. Damit konnte die Uhr so klein werden, dass sie sich beinahe zwischen Armband und Schmuckstück bewegte.

Eine Idee aus den 50ern, neu gedacht
Genau diese Geschichte greift Blancpain nun, 70 Jahre später, wieder auf. Im September 2026 lanciert die Schweizer Manufaktur die neue Lady B. Sie ist keine Kopie ihres historischen Vorbilds. Vielmehr übersetzt sie dessen Grundidee in die Gegenwart: Wie sieht eine mechanische Uhr aus, wenn sie heute wieder so klein wie ein Schmuckstück gedacht wird?
Die Antwort ist ein gerade einmal 19 Millimeter grosses, kugelförmiges Gehäuse, durch das ein doppelt gewickeltes Lederarmband geführt wird. Klassische Bandanstösse gibt es nicht. Am Handgelenk erinnert die Lady B deshalb mindestens ebenso sehr an ein Bijou wie an eine traditionelle Armbanduhr. Im Innern arbeitet dennoch ein mechanisches Automatikwerk.
Interessant ist dabei vor allem, wie sich die Bedeutung der kleinen Form verändert hat. 1956 entsprach eine zierliche Damenuhr auch den gesellschaftlichen Vorstellungen davon, was eine Frau am Handgelenk tragen sollte. Heute sind diese Grenzen längst verschwunden. Die neue Lady B macht aus ihrer kleinen Grösse deshalb kein Zeichen der Zurückhaltung, sondern eine bewusste Entscheidung: Sie präsentiert sich als Schmuckstück, das ganz nebenbei auch noch die Zeit verrät.
Damit führt sie einen Gedanken weiter, den Betty Fiechter bereits vor 70 Jahren verfolgte: Klein bedeutet nicht weniger anspruchsvoll. Im Gegenteil. Manchmal braucht es besonders viel Können, um eine grosse Idee auf kleinstem Raum unterzubringen. Bei der neuen Lady B sind es gerade einmal 19 Millimeter.

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