Wie Man Kindern den Spass Am Ernst Des Lebens Vermittelt

Text: Sylvia Meyer

Female Innovation Forum 2026

Female Innovation Forum Vol. 9
21. Oktober 2026.
Jetzt Ticket sichern!


LD – Mag

Ladies Drive Nr. 74
Sommer 2026
Jetzt bestellen


Der Verein „Access“ in Zürich-Oerlikon ermöglicht rund 90 jungen Menschen pro Jahr einen Kurswechsel und gibt ihnen damit die Chance, in der Berufswelt Fuss zu fassen. Sylvia Meyer ist die Geschäftsleiterin und baut mit ihrem 18-köpfigen Team Brücken in die Zukunft als Chancengeberin für Jugendliche. Mit ihr sprach Esther-Mirjam de Boer, Präsidentin Verband Frauenunternehmen.

Esther-Mirjam de Boer: Wie unterstützen Sie Jugendliche, die keine Lehrstelle finden? Sylvia Meyer: Wir verändern gemeinsam mit ihnen den Blickwinkel, d.h. weg von unpassenden Berufswünschen hin zu den Stärken der jungen Menschen. Als sprechendes Beispiel möchte ich eine junge Frau nennen, die in unserem früheren Gastro-Team serviert hat. Sie hat in der Gastronomie ihr Ziel gefunden und folgerichtig einen guten Ausbildungsplatz. Sie konnte dank unserem Programm ihren inneren Kompass ausrichten und geht nun mit klarer Motivation ihren Weg. Woran erkennen Sie, dass Ihre Schützlinge auf einem guten Weg sind? (Schmunzelt) Beispielsweise an Rückmeldungen der Eltern, die berichten, dass ihre Kids, die bisher morgens nicht aus dem Bett kamen, plötzlich gerne zur Arbeit gehen und motiviert als Erste am Frühstückstisch sitzen. Unpünktlichkeit, Unzuverlässigkeit und unentschuldigtes Schwänzen sind bei uns nach kurzer Zeit kein Thema mehr. Wir achten auf eine gute Feedbackkultur, insbesondere von den Auftraggebern. Das stärkt das Selbstbewusstsein der Jungen; sie merken, dass sie etwas können. Mit welchen Methoden arbeiten Sie? Arbeiten lernt man durch Arbeit. Der sogenannte „Ernst des Lebens“ muss jedoch Freude bereiten. Die Ausführung von konkreten Kundenaufträgen, das ist der Kern unseres Erfolgs. Dadurch arbeiten die Jugendlichen an ihren fachlichen, sozialen und methodischen Kompetenzen. Dabei geht es um Themen wie Konzentration, Eigen- und Teamverantwortung. Das persönliche Erleben steht im Mittelpunkt. So wird die Zeit bei uns zu einem Nachreifeprozess. Der Erfolg gibt uns recht: 96-98 % haben eine gute Anschlusslösung, wenn sie unser Team verlassen. Sie sind ein sogenanntes „Sozialunternehmen“. Wie finanzieren Sie diese Arbeit? Access gibt den Jungen eine solide Zukunftsperspektive, denn ein guter Anfang ist entscheidend fürs ganze Leben; das ist von hohem volkswirtschaftlichen Wert. Wir sind eine arbeitsmarktliche Massnahme und haben einen Leistungsauftrag vom Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA). Zudem erwirtschaften wir einen Teil unserer Einkünfte durch unsere Marktleistungen; das ist für uns ein Kernelement. Was heisst das konkret? Wir sind in den Bereichen Gebäudeunterhalt und Malerarbeiten aktiv sowie in visueller Kommunikation, Mode und Verkauf. Ab September 2014 führen wir einen Laden mit landwirtschaftlichen Produkten an der Wühre in Zürich. Wir entwickeln und fertigen z. B. Berufsbekleidung in kleinen Auflagen bis 150 Stück in unserer Näherei und Designabteilung. Und wir führen leichte Renovations- und Malerarbeiten aus. In unserem grössten Bereich, der visuellen Kommunikation, gestalten und produzieren wir grafische Produkte bis hin zu anspruchsvollen Homepages. Alle unsere Kunden sind ganz normale Unternehmen, die in erster Linie eine hohe Qualität fordern, aber auch unser Modell unterstützen wollen.   *Sylvia Meyer, Geschäftsleiterin des Vereins Access – bridge to work (www.jugend-access.ch) und Chancengeberin für Jugendliche aus Leidenschaft. Die Idee zu Access entstand 2001 am Gottlieb Duttweiler Institut. Der Verein wurde 2003 nach Abschluss des Vorprojektes „bridge to reality“ gegründet. Sylvia Meyer war von Anfang an die treibende Kraft. Sie investiert ihr ganzes Wirken in das Thema Bildung und ist fest im Gewerbe verankert. Sie war Geschäftsleiterin des Stadtzürcher Gewerbeverbandes; im kantonalen Gewerbeverband hat sie als Bildungsverantwortliche u. a. die KV-Reform mitgestaltet. Am 23. September findet im GDI die Jahrestagung des Verbands Frauenunternehmen, der ‚ Jour Fixe Unternehmertum‘ zum Thema „Kurswechsel – Chancenblick“ statt. Dort gibt Sylvia Meyer einen tieferen Einblick in ihre Arbeit. www.frauenunternehmen.ch/jour-fixe  

Veröffentlicht online am 6 Juni, 2015

Weiterlesen

Das könnte Dich auch interessieren

Warum ich aufgehört habe zu suchen

Warum ich aufgehört habe zu suchen

Was Claudi mir über Sinn im digitalen Alltag gezeigt hat
In Search of Meaning

In Search of Meaning

Is the outside world simply a distraction?
Female Founder News #36 – July 2026

Female Founder News #36 – July 2026

July was a month of handovers, where women took on senior roles in several ventures.
Empfangen – Warum Geld erst dann fliesst, wenn wir aufhören, es zu verdienen

Empfangen – Warum Geld erst dann fliesst, wenn wir aufhören, es zu verdienen

Teil 1 von Anne Müllers dreiteiligem Essay: «Über Geld, Spiritualität und den Fakt, dass beides zusammengeht. Ein Essay in drei Teilen.»
Im Beichtstuhl der Kommentarspalten

Im Beichtstuhl der Kommentarspalten

Als ich vor vielen Jahren zum allerersten Mal in einem grossen Magazin porträtiert wurde, bekam ich prompt Fanpost.
Melanie Lennert & Melanie Tschugmall CRO2go

Melanie Lennert & Melanie Tschugmall CRO2go

Wie zwei Melanies als Teilzeit-Chief Revenue Officers Firmen auf Kurs bringen
Der Wert der feinsinnigen Dialoge

Der Wert der feinsinnigen Dialoge

Es ist eine dieser wunderbaren, leichten Gartenpartys im Spätsommer.
Hinhören oder weghören

Hinhören oder weghören

Das ist hier die Frage
Schafft Storytelling Sinn?

Schafft Storytelling Sinn?

Diese Geschichte beginnt nicht mit einem Anfang, sondern mit einer Lücke. Einer Lücke, die für viele Menschen zwischen ihrer täglichen Arbeit und der Suche nach Sinn klafft.
FOMO bei der digitalen Sinnsuche?

FOMO bei der digitalen Sinnsuche?

Mit der Verschiebung der Sichtbarkeit von der realen in die digitale Welt – und damit einem massiv erweiterten Horizont – drängt sich die Frage auf: Wie verändert sich mein Marketing? Wie kann ich Menschen von mir und meiner Dienstleistung oder meinen Produkten überzeugen? Was bringt künftig Erfolg?
Fruchtbarkeit: Der blinde Fleck unserer Wirtschaft

Fruchtbarkeit: Der blinde Fleck unserer Wirtschaft

Fachkräftemangel, Rentenreformen, Überalterung, Produktivität: Kaum ein wirtschaftliches Thema wird derzeit intensiver diskutiert. Über eine der Ursachen dahinter sprechen wir hingegen erstaunlich selten – die sinkende Geburtenrate.
Die neue digitale Macht der Frauen?

Die neue digitale Macht der Frauen?

Oder: Was OnlyFans über unsere Gesellschaft verraten kann
Ausgewählte Artikel aus der aktuellen Ausgabe des Ladies Drive Magazins werden in Kürze veröffentlicht.

Ladies Drive Bookazine

Hat Dir dieser Beitrag gefallen?

Mit dem Abo für 20.- pro Jahr kannst Du Teil der Business Sisterhood sein.
Bestelle das Magazin in unserem Shop.

Ladies Drive No. 74. Sommer 2026. Auf Sinnsuche im digitalen Raum

Werde Teil unserer Business Sisterhood

Exklusive Angebote und Verlosungen, Event-News mit Spezialkonditionen und Inspiration, wie wir gemeinsam die Welt bewegen.

Werde Kindness Economist und Teil unserer Business Sisterhood!

  • •⁠ ⁠⁠Zugang zu exklusiven Angeboten und Verlosungen, die ausschliesslich für die Newsletter-Community gelten.
  • •⁠ ⁠⁠Erfahre als Erste von unseren Events und profitiere von Spezialkonditionen.
  • •⁠ ⁠⁠Lerne wie wir gemeinsam die Welt bewegen und verändern können.

Jetzt den Ladies Drive-Newsletter abonnieren.

Sie haben den Ladies Drive Newsletter erfolgreich abonniert!

Werde Kindness Economist und Teil unserer Business Sisterhood!

  • •⁠ ⁠⁠Zugang zu exklusiven Angeboten und Verlosungen, die ausschliesslich für die Newsletter-Community gelten.
  • •⁠ ⁠⁠Erfahre als Erste von unseren Events und profitiere von Spezialkonditionen.
  • •⁠ ⁠⁠Lerne wie wir gemeinsam die Welt bewegen und verändern können.

Jetzt den Ladies Drive-Newsletter abonnieren.

Sie haben den Ladies Drive Newsletter erfolgreich abonniert!

Pin It on Pinterest

Share This