Unternehmerin mit Ü35? Aber Sicher Doch!

Text: Sandra-Stella Triebl
Fotos: Anne Morgenstern

Unternehmerin mit Ü35? Aber Sicher Doch!

Text: Sandra-Stella Triebl
Fotos: Anne Morgenstern

Wieso nicht nach einer Laufbahn als Managerin oder einer Familienzeit die eigene Firma gründen? In unserem Netzwerk beobachten wir immer mehr Frauen, die sich mit Ende 30, Anfang 40, manchmal auch erst mit Mitte 50 als Unternehmerin versuchen. Meist mit einer lang gehegten Idee im Herzen, wo man nur auf den Moment wartet, in welchem man sich traut, die eigene Komfortzone zu verlassen. Die Anwaltskanzlei Prager Dreifuss unterstützt Ladies Drive und unsere League of Leading Ladies in allen rechtlichen Belangen rund um Start-ups.

Andrea Schütz (Associated Partnerin – rechts im Bild) und Rahel Nedi (Associate) sind Anwältinnen in der renommierten Kanzlei Prager Dreifuss. Die promovierten Juristinnen blicken beide auf erfolgreiche Karrieren zurück, haben im In- und Ausland studiert sowie ein grosses nationales und internationales Netzwerk aufgebaut. Zusammen mit unserer League of Leading Ladies haben sie es sich zum Ziel gesetzt, Frauen beim Schritt in die Selbstständigkeit zu unterstützen, auch wenn sie sich erst später im Verlauf ihres Lebens für eine Unternehmerinnenkarriere entscheiden. „Für uns ist die Zusammenarbeit mit Start-ups eine grosse Motivation, weil wir hier einen Blick in die Wirtschaft von morgen werfen können. Wir sind mit unseren Gründerinnen am Puls der Zeit“, sagt Andrea Schütz, die sich auf das Recht in den Branchen Pharma und Medtech spezialisiert hat. In diesem Bereich ist die Gründerszene sehr aktiv. Unsere Erfahrungen zeigen: Frauen, die sich später in die Selbstständigkeit wagen, sind extrem erfolgreich; kaum eine Idee scheitert, denn sie haben lange darüber gebrütet, sich alles genau überlegt, sehen ihr Unternehmen als „ihr Baby“. Sie haben genug Know-how in ihrem Job angesammelt und nehmen all diese geballte Power mit ins Unternehmertum. Frauen sorgen häufig für eine Seed-Finanzierung aus ihrem direkten Umfeld – aber: „Sie fragen chronisch nach viel zu wenig Geld!“, urteilt Rahel Nedi. Deshalb folgender Tipp von Ladies Drive: Denkt euch eine Summe, die ihr als Investment in eure Idee für fast schon unverschämt haltet. Und dann verdoppelt ihr diese Summe. Dann sind wir auf einem Niveau, welches für Investor*innen womöglich interessant ist.

 

Andrea Schütz und Rahel Nedi haben sich mit ihrer Initiative bei Prager Dreifuss das Ziel gesetzt, mit ihrem Know-how insbesondere Frauen in die Selbstständigkeit zu begleiten.
„Ich habe selbst viel Unterstützung von anderen Frauen in meiner Karriere erfahren, die mir als wunderbare Vorbilder gedient haben, so wie Monique Morrow, die mich auch auf Ladies Drive und die League of Leading Ladies aufmerksam gemacht hat. Der Zusammenhalt unter Frauen kann so vieles bewirken, und das möchte ich gern weitergeben“, so Rahel Nedi. Andere Frauen zu unterstützen sei fast schon ein Teil der Sinnstiftung ihrer beruflichen und auch privaten Existenz, betont sie. Der Hashtag
„WomenSupportingWomen“ kursiert seit Jahren in den sozialen Medien, aber häufig bleibt er ein Lippenbekenntnis. Nicht so in diesem Falle. „Wir möchten insbesondere den gestandenen Frauen den Schritt hin zur Unternehmerin erleichtern und sie begleiten“, ergänzt Andrea Schütz. „Ich finde, wir Frauen müssen uns einfach noch stärker unterstützen, miteinander netzwerken und uns strukturierter und zielgerichteter organisieren. Frauen dabei zu helfen, ihre beruflichen Ideen und Träume zu verwirklichen, ist mir ein grosses Anliegen.“
Junge Frauen sind selbstbewusst und hauen einen schlicht um, kommen mit Bestnoten in die Arbeitswelt, wo sie dann von hierarchischen
Strukturen und Machtkämpfen überrascht und von Rollenstereotypen eingeholt werden, die sie in eine bestimmte Richtung drängen. Sie fügen sich in die Hackordnung ein und kämpfen sich durch, bis eine Karriere- Zäsur kommt und sie kaum mehr Fuss fassen können. Durch strukturelle Zwänge, das Fehlen von Ganztages-Strukturen im Schulsystem beispielsweise, werden nicht wenige hochtalentierte Frauen nach der Geburt ihrer Kinder aus der Arbeitswelt gefegt. Es sind dann auch genau diese Momente, wo gut gebildete Frauen innehalten und sich Gedanken machen, wo sie denn in der Arbeitswelt noch einen Platz finden können.

 

Und genau an dieser Weggabelung möchten Andrea Schütz und Rahel Nedi Unterstützung bieten: durch Wissen, durch Beratung, durch unser Netzwerk!
„Auch wir als Anwältinnen haben beide in unseren Karrieren Situationen erlebt, wo man uns gefragt hat: Musst du das denn als Frau? Weshalb ist dir denn dieser Titel so wichtig? Wieso mir eine Promotion oder eine gewisse Funktion wichtig ist? Das ist doch keine Frage des Geschlechts, sondern des Respekts und der Wertschätzung gegenüber Mitarbeitenden und ihren Fähigkeiten“, bilanziert Andrea Schütz nüchtern. „Ich würde sehr gerne einen Beitrag dazu leisten, dass Geschlecht und Alter keine Rolle mehr spielen, sondern unser Talent im Vordergrund steht“, ergänzt Rahel Nedi selbstbewusst. Sie ist spezialisiert auf das Arbeitsrecht und kann die Unternehmerin in allen Fragen rund um das Arbeitsverhältnis beraten, dabei aber auch die Mitarbeiterperspektive einnehmen.

Eine schöne Vorstellung, dass wir in einer Welt zu Hause sind, wo jede sie selbst sein kann, dass wir nicht vorverurteilen, weder wegen unserer Herkunft, unserer sexuellen Orientierung noch wegen unseres Geschlechts oder wegen unseres Alters. „Ach, in deinem Alter musst du dich doch nicht mehr selbstständig machen!“ – genau solche Aussagen mögen Menschen davon abhalten, ihr wahres Potenzial zu entfalten. Und wir sind hier, um euch zu sagen: Egal wie alt du bist, egal woher du kommst, du hast es verdient, deinem Herzenswunsch zu folgen. „Meine Nachbarin ist anfangs 50, hat ihre Corporate-Karriere hinter sich gelassen, um sich nun hauptberuflich auf ein philanthropisches Start-up für Jugendliche zu konzentrieren. Da stellen sich beispielsweise Fragen hinsichtlich Altersvorsorge, Pensionskasse. Es braucht viel Mut, in einem gewissen Alter eine Gründung zu wagen, aber guten Ideen zum Durchbruch zu verhelfen ist doch wundervoll“, weiss Rahel Nedi. „Unsere Kostenstruktur mit unserer Initiative für Unternehmerinnen ist so aufgesetzt, dass wir allen die beste Beratung bieten können. Wir begleiten beispielsweise gerade das Start-up Ameli im Bereich Damen-Handtaschen (https://ameli-zurich.com/de) – ein anderes im Bereich IT. Wir können alle Branchen und Industrien abdecken mit unserem Start-up Desk.“

Die Spätberufenen sind häufig erfolgreicher, sagt unter anderem auch der Blog Edition F (www.editionf.com), denn Frauen mit Ü35 haben eine Fülle an Expertise und Know-how, Lebenserfahrung, die wertvoll ist, ein bestehendes Kontakt-Netzwerk, Erfahrung in finanziellen Dingen und verfügen über den Mindset einer Unternehmerin.

 

Diese Frauen waren bei der Gründung übrigens allesamt über 35 Jahre alt:
– Cher Wang war bei der Gründung von HTC 39.
– Doris Fisher war bei der Gründung des Modekonzerns GAP 36.
– Thea Goldman. Baute mit über 40 ein Immobilien-Imperium in Miami auf
(u. a. Wynwood).
– Anousheh Ansari war 40, als sie Prodea Systems gründete, und war auch
schon im Weltall.
– Sheikha Lubna Al Qasimi war die erste Frau in den UAE, die ein IT-Unternehmen
gegründet hat, und wurde erste Ministerin im Parlament – mit Ü40.

Weiterführende Infos zum Start-up Desk von Prager Dreifuss:
www.prager-dreifuss.com

 

Bitte teilen Sie diesen Beitrag

Ladies Drive Magazine

Ladies Drive Magazin Vol. 59

Vol. 59 jetzt am Kiosk!

Ausgewählte Artikel

Welcome back! Die Baloise Session 2022 startet durch!

Welcome back! Die Baloise Session 2022 startet durch!

Der Musiksommer war heiss. Und wir setzen im Spätherbst ein weiteres Mal Highlights, die die Fans überraschen & begeistern werden. Das zeitlose Konzept der Baloise Session stellt die Begegnung zwischen Musiker:innen und Publikum ins Zentrum. In intimer Atmosphäre an Clubtischen mit Kerzenlicht kann man Newcomer:inner, Neuentdeckungen und Weltstars hautnah erleben.

Wie wir in Zukunft arbeiten – „Bring Women Back to Work“ als Vorzeigeprojekt für vorausdenkende Unternehmen.

Wie wir in Zukunft arbeiten – „Bring Women Back to Work“ als Vorzeigeprojekt für vorausdenkende Unternehmen.

Mit dem ehrenamtlichen Salesforce-Programm „Bring Women Back to Work“ verfolge ich aus Leidenschaft das Ziel, mehr Frauen nach einer beruflichen Pause wieder in die Arbeitswelt zu holen – konkret in die Techbranche. Und der Erfolg der Initiative kann sich sehen lassen: Zwei Drittel der Teilnehmerinnen finden nach Abschluss dieses Programms einen neuen Job. Dies bleibt aber nicht der einzige Erfolg des Projekts. Ganz nebenbei entpuppt sich die Art und Weise der Organisation als Erfolgsrezept für diversere Teams in der Arbeitswelt von morgen.

Folgt uns in den sozialen Medien, um in Kontakt zu bleiben und erfährt mehr über unsere Business Sisterhood!

#BusinessSisterhood     #ladiesdrive

Möchten Sie Neuigkeiten über zukünftige Veranstaltungen erhalten?