Körperliche Nähe IN Zeiten von Corona. So Kann’s Gehen!

Text & Foto: Sandra-Stella Triebl

Körperliche Nähe IN Zeiten von Corona. So Kann’s Gehen!

Text & Foto: Sandra-Stella Triebl

Wie ist man sich nah ohne sich zu berühren? Geht das überhaupt?

Zu wenig Berührung macht krank, sagen Wissenschaftler unisono.

Deshalb gab es vielerorts – vor Corona – auch das Konzept der Kuschelparties.

Einsame Menschen, so die Befunde, haben beispielsweise mehr Cortisol im Blut – ein Indikator von Stress. Und sie haben auch ein schwächeres Immunsystem im Vergleich zu Menschen mit vielen Sozialkontakten, was in der Summe sogar zu depressiven Verstimmungen führen kann.
Dennoch wissen wir alle, dass man auch unter vielen Menschen sein und sich dabei elend einsam fühlen kann.

Versuche in den USA in Zusammenhang mit Influenza-Impfungen zeigen indessen folgendes: Studenten, die man sozial isoliert hat und die somit einsam waren, haben schlechter und langsamer auf die Impfung reagiert als jene mit sozialen Kontakten.

Soziale Distanz kann zu ‚intergroup anxiety’ führen – was bedeutet: das Misstrauen wächst all jenen gegenüber, die nicht zu unserem Kreis oder unserer Familie gehören. Wir grenzen uns also in der Konsequenz ab.

Eine weitere Konsequenz von Quarantäne, Isolation und sozialer Distanz: Berührungen setzen normalerweise das Hormon Oxytocin frei – auch bekannt als Glückshormon. Auch das fehlt uns.

 

Was hilft uns nun aus diesem Dilemma?

1. Kraft der Vorstellung – positive Affirmation: Stell dir vor wie es sich anfühlt, berührt zu werden. Empfinde es so als wäre es real. Wenn du glaubst es sei real prozessiert es dein Gehirn als Realität- wie beim Horrorfilm im Kino. Da weisst du auch, dass es nur ein Film ist und nicht echt und trotzdem kriegst du Gänsehaut.

2. Seid grosszügig und liebevoll mit euren Worten. Jeder von uns weiss wie sehr Worte, ebenso wie ein Schlag ins Gesicht, verletzen können.

3. Geben statt nehmen.

4. Lerne zu atmen. Studien belegen eindeutig, dass ein tiefer Atem Gehirn und Körper vermitteln, dass er in Sicherheit ist. Und eben nicht im Fluchtmodus bei dem man oberflächlich und schnell atmet als müsste man gleich vor dem Säbelzahntiger davon rennen.
Der Atem ist auch das, was uns mit allem was da draussen ist, verbindet.

5. Davon rennen geht nicht. Nicht in Quarantäne. Deshalb tut es gut eine Innenschau zu halten. Mal in deine eigenen Abgründe zu blicken statt in die anderer.

6. Übt euch mit Menschen verbunden zu sein ohne sie zu berühren. Das ist eine Frage des Trainings. Denkt an die, die ihr liebt und erinnert euch an Momente des Glücks mit ihnen oder der Sicherheit, der Zufriedenheit. Close your eyes und schon seid ihr verbunden.

 

Miteinander verbunden zu sein ohne sich berühren zu können ist somit möglich.

Wir haben jetzt richtig viel Zeit das zu üben.

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